Interview

Forstexperte erklärt, welche Rolle der Wald als Wirtschaftsfaktor spielt

Arwen Stock

Von Arwen Stock

Fr, 18. Oktober 2019 um 17:58 Uhr

Südwest

BZ-Plus Trockenheit und Schädlinge machen dem Wald zu schaffen – und im Schwarzwald leben viele Menschen von ihm, direkt und indirekt. Der Forstexperte Karl-Ludwig Gerecke erklärt aktuelle Entwicklungen.

Wirtschaftswälder prägen unsere Landschaft, auch wenn sie oft nur in ihrer Erholungsfunktion wahrgenommen werden. Was für ein komplexer Markt sich hinter den dunklen Wipfeln und Tannen verbirgt, erklärt der Fachbereichsleiter Forst beim Landratsamt Breisgau Hochschwarzwald, Karl-Ludwig Gerecke, im Interview.

BZ: Ist der Wald eine gute Geldanlage?

Gerecke: Ein Hektar Mischwald kostet je nach Alter und Baumarten unterschiedlich viel. Aktuelle Preise liegen zwischen 10.000 und 40.000 Euro für einen Hektar. Wird ein Wald neu aufgeforstet, dauert es oft Jahrzehnte, bis erste Nutzungen möglich sind. Mit dem Alter steigt das Risiko, beispielsweise für Sturmwurf. Risiken wie Sturm und Dürre haben ganz klar zugenommen. Wie der Wert in hundert Jahren aussieht, da steckt man nicht drin. Bezogen auf die Lebensdauer eines Waldes sind Waldbewertungen immer Momentaufnahmen.

"Den größten Besitzanteil haben mit 40 Prozent die Gemeinden."
BZ: Wem gehört eigentlich der Wald?

Gerecke: Bei uns im Landkreis haben wir 67.000 Hektar Waldfläche. Das ist fast die Hälfte der Kreisfläche. Damit sind wir der Kreis mit dem zweitgrößten Waldanteil im Land. Den größten Besitzanteil haben mit 40 Prozent die Gemeinden. Weitere 37 Prozent sind Privatwald. Das reicht vom Großprivatwald bis zur kleinsten Waldparzelle. Knapp ein Viertel entfällt auf den Staatswald. Aktuell sind wir für alle Waldbesitzer zuständig: im ...

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