Energieverbrauch

Freiamt produziert doppelt soviel Energie wie es verbraucht

Benedikt Sommer

Von Benedikt Sommer

Fr, 11. Juni 2021 um 09:53 Uhr

Freiamt

Das Potential erneuerbarer Energien wurde in Freiamt schon vor Jahrzehnten entdeckt und weiterentwickelt. Seit Jahren erzeugt die Gemeinde fast doppelt so viel Energie, wie sie selbst verbraucht.

Die Daten sprechen für sich und sind seit Jahren konstant. Während die Gemeinde stets um die 21 000 Megawattstunden (MWh) ins Stromnetz einspeist, bezieht sie selbst nur 11 000 MWh. Allein mit ihren Windrädern hätte die Gemeinde 2019 schon ihren Verbrauch decken und noch 1000 MWh abgeben können. Mit Photovoltaik und Biomasse wurden weitere 4300 beziehungsweise 3700 MWh erzeugt.

Verbrauch weitergehend konstant

Durch die großen Dachflächen der landwirtschaftlichen Betriebe und die hohe Akzeptanz bei den Einwohnern erziele die Gemeinde mit einer Quote von rund 180 Prozent Jahr für Jahr ein "Wahnsinnsergebnis", sagte Andreas Götz in seinem Jahresbericht der Netze BW vor dem Gemeinderat am vergangenen Dienstag.

Das sei auch so, weil der Verbrauch in der Gemeinde "ziemlich konstant" geblieben sei. Eindeutig am meisten Strom benötigten mit fast 40 Prozent nach wie vor die privaten Haushalte. Im Vergleich zu ihnen nimmt sich der "Stromhunger" von Gewerbe und Industrie in der ländlichen Gemeinde mit 16 Prozent und der Landwirtschaft mit knapp 13 Prozent eher bescheiden aus. Konstant bei um die 15 Prozent blieb auch die Elektrowärme. Hier wirkt sich die zunehmende Erdwärmenutzung aus.

Handlungsbedarf bei der Straßenbeleuchtung

Nahezu symbolische Bedeutung hat mit 0,5 Prozent die Straßenbeleuchtung. Wie Kommunalberater Sebastian Scheer mitteilte, sind inzwischen 81 Prozent der insgesamt 296 Lampen mit LED-Modulen ausgestattet. Anlässlich einer aktuellen Förderung von 30 Prozent soll der Austausch von 23 mehr als 40 Jahre alten Natriumdampflampen geprüft werden. Mittelfristig kommt möglicherweise bei der Straßenbeleuchtung auf Grund von Änderungen im Naturschutzgesetz Handlungsbedarf auf die Gemeinde zu. Zukünftig soll die Farbtemperatur der Lampen nur noch maximal 3000 Kelvin betragen dürfen, also einen möglichst geringen Blauanteil aufweisen.

Da bei den jüngeren LED-Lampen bislang mit 4000 Kelvin gearbeitet wurde, könnte ein erneuter Austausch notwendig werden. Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench ergänzte noch, dass im Jahr 2021 im Rahmen des Flex-Q-Grid-Projektes zur Erforschung intelligenter Netze der Netze BW zwei alte Trafostationen mit neuester Technik ausgestattet werden.