Nach Abi-Partys an der Dreisam bleibt viel Müll liegen

Yvonne Weik

Von Yvonne Weik

Fr, 21. März 2014 um 08:10 Uhr

Freiburg

Das Dreisamufer hat sich längst als Partymeile für Abiturienten etabliert, die in Freiburg ihren Schulabschluss feiern wollen. Ihren Müll lassen sie dort liegen – bis zu 150 Kilo am Tag.

Blauer Himmel, Sonne pur, es riecht nach Sommer: Das alles freut vor allem die Freiburger Abiturienten. Sie können das Ende ihrer schriftlichen Prüfungen in diesem Jahr draußen feiern, zum Beispiel an der Dreisam. Während dort Hunderte chillen, müssen andere schuften: die Männer der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF). Denn wenn die Abi-Openair-Party vorbei ist, bleibt viel Müll übrig – und zwar bis zu 150 Kilo täglich.

"Das ist alles schön – doch noch schöner wäre es, wenn jeder seinen Müll mitnehmen würde." Michael Broglin
Von der grünen Wiese an der Dreisam ist am Donnerstag nicht viel zu sehen: Hunderte junge Menschen liegen, sitzen oder stehen darauf. Und wo niemand ist, liegen Bierflaschen, Plastikbecher, Pizzaschachteln, Kartonverpackungen, Plastikschnipsel. Das Wetter ist bombig, die Stimmung auch. Es wird gefeiert – mit Musik, Einweggrill und Alkohol.

Mareike Siegler hat einen guten Grund: Am Donnerstag war ihre letzte schriftliche Abi-Prüfung. "Spanisch", sagt sie und strahlt. Gut sei’s gelaufen. Jetzt chillt sie mit Anna Schipek, Robin Schulz und Katharina Ehret, alle Abiturienten am Theodor-Heuss-Gymnasium. Die sind schon etwas partymüde, sie feiern seit Dienstag.

ASF-Chef Michael Broglin hat nichts gegen die Feierei: "Das ist alles schön – doch noch schöner wäre es, wenn jeder seinen Müll mitnehmen würde." Zwei seiner Männer samt Räumfahrzeug seien diese Woche täglich an der Dreisam beschäftigt gewesen, um die Partyreste zu beseitigen. Ihre tägliche Bilanz: 100 bis 150 Kilogramm Unrat – so viel wie an einem heißen Sommertag im Juni oder Juli. "Normalerweise liegt da im März gar nichts", sagt Broglin. Da das gute Wetter auch die Müllmengen im Seepark und auf der Sternwaldwiese vergrößert, verstärkt er ab Montag sein Personal, auch wenn am Freitag die letzte schriftliche Abi-Prüfung ist. Vier Leute werden an der Dreisam im Einsatz sein.

Sonderschichten der Polizei gibt es zum Abi nicht

"Am Dienstag sah’s hier echt übel aus", sagt Katharina Ehret. Dass die Männer der ASF das nicht witzig finden, dafür haben die THG-Abiturienten Verständnis. "Wir räumen auf, zumindest versuchen wir es", sagt Robin Schulz.

Die Polizei musste bisher keine Sonderschichten einlegen. "Abi-Streifen gibt es keine", sagt Polizeisprecherin Laura Riske. Allerdings hätten die Polizisten bei ihren Rundgängen auch das Dreisamufer im Blick. Am Mittwoch gab’s dort gegen 14 Uhr einen Einsatz: Ein Bürger habe sich beschwert, wegen Lärm und Müll. Und Alkohol? "Keine besonderen Vorfälle", sagt Riske. Ganz im Gegensatz zu Heidelberg: Am Mittwoch mussten dort neun Abiturienten in Krankenhäuser eingeliefert werden, weil sie zu heftig getrunken hatten.

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