Freiburg

Stadt will 2013 Skatepark am Karlsplatz bauen

Thomas Goebel

Von Thomas Goebel

Do, 04. Oktober 2012 um 19:27 Uhr

Freiburg

Ein Jahr Stillstand für Freiburgs neue Skateranlage, beklagen die Initiative Skatement und das Jugendbüro. Stimmt nicht, sagt die Stadt: Nächstes Jahr wird gebaut.

Merkwürdige Kurven dreht die Diskussion um eine Skateanlage auf dem Freiburger Karlsplatz: Unter den Jugendlichen herrsche große Enttäuschung, dass sich der Baubeginn für das lange geplante Projekt wohl auf Frühjahr 2014 verschiebe, teilten die Skaterinitiative Skatement und das Jugendbüro Freiburg gestern auf einer Pressekonferenz mit. Man habe die Stadtverwaltung zumindest so verstanden, dass sie die Verabschiedung des Doppelhaushalts 2013/14 abwarten wolle, das bedeute einen Stillstand von einem Jahr.

Eigentlich sei ein Baubeginn bis Anfang 2013 zugesagt gewesen – finanziert von einem anonymen Sponsor. "Diese Sachzwänge haben uns ein bisschen erschlagen", sagt Aaron Ammann von Skatement. Die angeblichen Verzögerungen sorgten jetzt für Frustrationen: "Wir haben langsam Probleme, die Jugendlichen am Ball zu halten." Jugendbeteiligung müsse "zeitlich überschaubar und transparent" sein, kritisierte Jürgen Messer vom Jugendbüro Freiburg: Das sei beim Skatepark nicht gegeben.

Völlig unverständlich findet Stadtsprecherin Edith Lamersdorf auf Nachfrage der BZ diese Vorwürfe: "Die Zusage für den Skatepark ist da", betont sie, und gebaut werde nächstes Jahr. Stadt und Sponsor teilten sich die Baukosten, es flössen auch städtische Gelder in das Projekt. Daher gebe es zwar Überlegungen, wie diese im nächsten Haushalt vorkommen. Die Stadtverwaltung habe daneben aber auch nach Finanzierungen außerhalb des Haushalts gesucht und sich entschieden, ein der Stadt zugedachtes Erbe für das Projekt zu verwenden, damit es zu keinen Verzögerungen kommt. "Das zeigt, wie große Bedeutung wir dem Skatepark beimessen", sagt Lamersdorf: "Wir machen das so schnell wie möglich."

Initiativen für eine neue Skateranlage gibt es in Freiburg schon seit Jahren. 2008 sammelte Skatement über 2000 Unterschriften für das Projekt. Im Oktober 2011 präsentierte das städtische Garten- und Tiefbauamt fünf mögliche Standorte für einen Skateplatz. Bei einer Abstimmung im Dezember 2011 entschieden sich rund 150 jugendliche Skater für den Seepark und – als zweite Wahl – den Karlsplatz. Der Standort Seepark wurde nach Protesten des Bürgervereins Mooswald aber wieder fallen gelassen.

Im Auftrag der Stadt entwickelte ein Kölner Büro im Mai 2012 einen Vorentwurf für eine rund 750 Quadratmeter große Skateranlage auf dem Karlsplatz unter der Brücke zum Stadtgarten, der auch dem weiterhin anonymen Sponsor vorgelegt wurde. "Wir wollen erreichen, dass wir mit diesem Projekt auf der Prioritätenliste weiter nach oben rutschen", sagt Aaron Ammann von Skatement. Dort steht das Projekt längst, betont Stadtsprecherin Lamersdorf – offensichtlich sei das bei der Initiative noch nicht angekommen: Die Verwaltung bereite gerade eine Vorlage zu Stand und Finanzierung des Projekts für den Bauausschuss vor. "Der Winter wird dann zur Planung genutzt – und ab Frühjahr 2013 kann gebaut werden."