Aktion "Freiburger Wunschbaum"

Freiburger können dieses Jahr benachteiligte Kinder beschenken

Gretha Keim

Von Gretha Keim

Do, 24. November 2022 um 22:00 Uhr

Stühlinger

In diesem Jahr findet zum ersten Mal die Aktion "Freiburger Wunschbaum" statt, die benachteiligte Kinder und Jugendliche beschenken will. Die Idee kommt von einer 23-jährigen Freiburgerin.

Ein großer Weihnachtsbaum schmückt das Foyer des Stühlinger Rathauses. Sein Zweck ist aber nicht allein die festliche Dekoration – er soll helfen, die Weihnachtswünsche von Kindern und Jugendlichen aus finanziell benachteiligten Familien zu erfüllen.

Kinder konnten Wünsche äußern

Ab kommender Woche startet erstmals die Aktion "Freiburger Wunschbaum". Das Prinzip ist simpel: Die Kinder schreiben ihren Wunsch auf eine Karte und hängen diese an den Baum. Wer will, kann nun einen der bunt gestalteten Kinderwünsche auswählen und ihn erfüllen. Die Geschenke sollten weihnachtlich verpackt und – gut sichtbar mit der Wunschkarte versehen – bis Donnerstag, 15. Dezember, wieder im neuen Rathaus im Stühlinger an der Fehrenbachallee abgegeben werden. Von dort aus werden sie pünktlich zu Weihnachten an die Familien übergeben.

100 Wunschkarten hat die Vereinigung Freiburger Sozialarbeit bereits in vier Einrichtungen von Kindern und Jugendlichen ausfüllen lassen. Deren Wünsche haben einen Wert von jeweils zwischen 25 und 30 Euro; manche sind leichter zu beschaffen als andere: So hoffen mehrere Kinder auf neue Handyhüllen, Jeanshosen oder ferngesteuerte Autos, ein Mädchen wünscht sich dagegen "Frieden" – ein Wunsch, der nicht ganz so leicht realisiert werden dürfte. Sozialpädagogin Susanne Güntner berichtet von großer Aufregung und Vorfreude unter den teilnehmenden Kindern.

Den Oberbürgermeister per Mail angefragt

Die Idee zu dem Freiburger Wunschbaum hatte Lea Schreiber, 23. "Ich kenne das aus meiner Heimat bei Bielefeld, da ist das Gang und Gäbe", erzählt sie: "Im September habe ich den Oberbürgermeister in einer Mail dazu angefragt." Ob direkt eine Antwort kam? "So wie es bei der Stadtverwaltung halt ist", meint Schreiber scherzend. Die Mitteilung, dass es tatsächlich klappt, erreichte sie erst am Vortag des Aktionsstarts. Mit dem Ergebnis sei sie aber sehr zufrieden.

Auch Bürgermeisterin Christine Buchheit, die unter anderem auch für die Jugendarbeit zuständig ist, freut sich über den Wunschbaum: "Wir haben die Idee sehr gerne in Freiburg aufgegriffen. Für viele Kinder und Jugendliche ist die Weihnachtszeit etwas frustrierend, weil Wünsche nicht erfüllt werden können."

Der Standort des Baums wurde bewusst gewählt. Im Bürgerinformationszentrum herrscht viel Publikumsverkehr, alle Freiburgerinnen und Freiburger müssen gelegentlich für Termine ins Rathaus kommen. Auf die Frage, ob sie mit genügend Bürger-Engagement rechne, antwortet Christine Buchheit bestimmt: "Ich bin überzeugt davon. Die Aktion passt gut zu unserer Stadt. Wir teilen." Wenn der Wunschbaum dieses Jahr gut läuft, soll er als fester Bestandteil des Freiburger Weihnachtsfests übernommen werden.