Gleichberechtigung

Freiburger Wissenschaftlerin: "Alle profitieren von Diversität"

Stephanie Streif

Von Stephanie Streif

Di, 11. Juni 2019 um 20:07 Uhr

Liebe & Familie

BZ-Plus Der Mensch schafft sich seine eigene Wirklichkeit – durch Vorurteile, die er schon in Kindheit und Jugend übernimmt. Wie diese auch den Wissenschaftsbetrieb korrumpieren, erklärt Maria Asplund im Interview.

BZ: Was kommt dabei heraus, wenn man ein fünfjähriges Mädchen darum bittet, einen Wissenschaftler zu zeichnen?
Asplund: Dazu gibt es einige Studien, vor allem in den Vereinigten Staaten. Spannend daran ist, dass kleine Kinder bevorzugt ihr eigenes Geschlecht malen. Die meisten fünfjährigen Jungs würden einen Wissenschaftler malen, also einen Mann, und die meisten fünfjährigen Mädchen eine Wissenschaftlerin.

BZ: Und was kommt aufs Papier, wenn man die gleiche Aufgabe einer jungen Frau stellt?
Asplund: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein junger Mann im Alter von 16, 17 Jahren eine Wissenschaftlerin malt, strebt gegen Null. Aber auch die meisten 16-jährigen Mädchen, rund 70 Prozent, kämen nicht auf die Idee, eine Wissenschaftlerin aufs Papier zu bringen. Auch sie malen einen Mann. Da ist ein klarer Trend auszumachen: Je älter man ist, desto stärker wirken die gesellschaftlichen Stereotypen. Wir lernen also mit den Jahren, wie etwas zu sein hat, zum Beispiel, dass ein Forscher männlich ist.

"Frauen sind heute längst nicht mehr die Ausnahme an der Universität, und ich finde, das sollte sich auch in der Sprache ausdrücken." BZ: Die Forschung bezeichnet diese Annahmen, die wir verinnerlichen, als "Bias", auf Deutsch Voreingenommenheit. Sind wir wirklich alle gleichermaßen "Bias"?
Asplund: Schwierige Frage, auf die ich leider nicht wissenschaftlich ...

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