Schwimmen

Freistil-Ass Sarah Köhler weckt Medaillenhoffnungen bei der WM in Gwangju

dpa

Von dpa

Mo, 22. Juli 2019 um 15:34 Uhr

Schwimmsport

Die 25-jährige Sarah Köhler schwimmt deutschen Rekord über 1500 Meter Freistil und weckt Hoffnungen auf eine Medaille bei der Schwimm-Weltmeisterschaft in Südkorea.

Florian Wellbrocks Freundin legte schon mal stark vor. Mit einem deutschen Rekord hat Freistil-Ass Sarah Köhler das erste sportliche Ausrufezeichen ihrer Mannschaft im WM-Schwimmbecken von Gwangju gesetzt. Die EM-Zweite machte am Tag vor dem mit Spannung erwarteten ersten Hallenauftritt ihres Freundes als Vorlaufdritte Hoffnung auf eine Medaille über 1500 Meter Freistil. Köhler war am Montag der große Lichtblick im deutschen Schwimm-Team. Dessen Athletensprecher Jacob Heidtmann kritisierte derweil die Starts des umstrittenen chinesischen Olympiasiegers Sun Yang bei der Weltmeisterschaft als "Frechheit".

Hochkarätige Frauen-Konkurrenz

"Massage, ausschwimmen, schlafen", beschrieb Köhler ihren Plan bis zum Kräftemessen mit der Crème de la Crème auf der Langstrecke um US-Schwimmstar Katie Ledecky an diesem Dienstag (ab 13 Uhr/MESZ). "Jetzt kommt’s drauf an: Wer regeneriert am besten, wer hat die meisten Körner gelassen." Ihr Partner und Deutschlands größte Gold-Hoffnung warnte: "Ohne es böse meinen zu wollen, aber ich glaube, es wird nicht so leicht bei ihr wie bei der EM."

Anders als bei den Männern ist die nicht-europäische Konkurrenz bei den Schwimmerinnen extrem stark. Köhler, die ihre eigene nationale Bestmarke aus dem vergangenen Jahr um fast vier Sekunden unterbot, erwartet also härtere Gegenwehr als bei der EM in Glasgow, wo sie Silber holte. "Sie muss wirklich gut für eine Medaille kämpfen", sagte Wellbrock, Experte über 800 und 1500 Meter Freistil.

Wellbrock und Köhler Seite an Seite

Gibt Köhlers Top-Zeit von 15:54,08 Minuten auch ihm noch mal einen Schub? "Ich hoffe", sagt Köhler am Montag. "Aber ich glaube, er macht sein eigenes Ding – wie ich auch. Und das ist auch ganz gut so." Die WM-Titelträgerin mit der Freiwasserstaffel und der Zehn-Kilometer-Weltmeister von Südkorea gehen mit ihrer Beziehung offen um, ohne sie dabei zur Schau zu stellen. Der klare Fokus liegt bei der WM auf der jeweils eigenen sportlichen Leistung. Seite an Seite schauten sich Wellbrock und Köhler Finals von der Tribüne aus an.

Am zweiten WM-Tag sorgten Adam Peaty, Margaret MacNeil, Caeleb Dressel und Katinka Hosszu für die internationalen Highlights. Der britische Olympiasieger und Weltrekordhalter Peaty verteidigte seinen Titel über 100 Meter Brust, die 19-jährige Kanadierin MacNeil entthronte Schwedens Dauergewinnerin Sarah Sjöström mit Gold über 100 Meter Schmetterling. Dressel siegte über 50 Meter Schmetterling, Hosszu verteidigte ihren Titel über 200 Meter Lagen.

Chinese Sun Yang wird des Dopings verdächtigt

Einen Tag nach Gold über 400 Meter Freistil qualifizierte sich der umstrittene Sun Yang über die halbe Distanz sicher für den Endlauf. "Dass der hier schwimmt, ist eine Frechheit für alle sauberen Athleten, für jeden, der für den sauberen Sport einsteht", sagte Heidtmann. Nach Sun Yangs Titel hatte der zweitplatzierte Australier Mack Horton dem des Dopings verdächtigten Chinesen den Handschlag verweigert, bei der Nationalhymne seinen Podestplatz nicht betreten und beim Foto der Medaillengewinner reichlich Abstand gehalten.

Dopingprobe mit dem Hammer zerstört

"Ich bin froh, dass endlich mal jemand ein Zeichen gesetzt hat", sagte Heidtmann. Hintergrund ist eine mit einem Hammer zerstörte Dopingprobe des Chinesen. Der Fall wird im September vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS verhandelt.

Abseits des Unmuts über Sun Yang verbreiten die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer viel gute Laune, auch wenn bei Weitem nicht jeder an seine anvisierte Saisonbestzeit herankommt. Junge Sportler wie die 18 Jahre alte Schmetterling-Spezialistin Angelina Köhler und die noch ein Jahr jüngere Anna Elendt treten erfrischend auf.