Friesenheim

Wie es ist, seinen eigenen Pool zu haben

Bastian Bernhardt

Von Bastian Bernhardt

Mi, 14. August 2019 um 17:27 Uhr

Friesenheim

Jürgen Scherer aus Friesenheim hat sich mit seiner Familie einst ein Schwimmbad in den Garten gebaut. Er sagt: "Wir genießen es sehr, jederzeit schwimmen zu können."

Man kann mit ihm und auf ihm Sport treiben, man kann damit kochen, darauf Dinge entdecken, ihm nachspüren oder sich einfach mit ihm abkühlen: In der BZ-Sommerserie dreht sich in diesem Jahr alles ums Wasser. Heute berichtet der Friesenheimer Jürgen Scherer im Interview mit BZ-Redakteur Bastian Bernhardt, warum sich die Familie einst einen Pool in den Garten gebaut hat, wer sich schon im Mai hineintraut und wie viel Mühe der Unterhalt der Anlage bereitet.

BZ: Herr Scherer, jetzt sitzen wir in Ihrem Garten, in Ihrem Pool plätschert die Umwälzpumpe – aber niemand schwimmt. Lohnt es sich überhaupt, für ein paar Wochen im Jahr ein Gartenschwimmbad anzuschaffen und zu betreiben?

Jürgen Scherer: Natürlich ist ein Pool im Garten eine Form von Luxus. Aber wir genießen es auch wirklich sehr, jederzeit schwimmen zu können, wenn wir mögen. Wir müssen jedenfalls nicht erst zum nächsten Baggersee oder Freibad fahren, wenn wir uns abkühlen wollen. Und natürlich ist so ein Schwimmbad im Garten auch viel Arbeit. Aber die Freude daran wiegt das allemal auf.

BZ: Wie lange ist die Schwimmsaison in Ihrem Pool?

Scherer: Im Prinzip von Mai bis September. Das geht trotz kalter Nächte auch im Frühsommer und Frühherbst, weil unsere Solarkollektoren auf dem Dach überschüssiges heißes Wasser in den Pool umleiten.

BZ: Welche Temperatur hat das Wasser dann?

Scherer: Im Mai kommen wir da so auf 18 bis 19 Grad...

BZ: ...was schon sportlich ist.

Scherer: Ja, da braucht es immer erst eine kleine Überwindung, um reinzugehen (lacht). Meine Frau nutzt den Pool deshalb meistens auch lieber erst ein paar Wochen später. Mein Sohn und ich baden wirklich die ganze Zeit über.

BZ: Ihr Pool enthält fünf bis sechs Kubikmeter Wasser. Verträgt sich eine Füllung mit den Zeiten der Wasserknappheit auch in unseren Breiten? Und dann noch die Kosten fürs Wasser...

Scherer: Einerseits wässern wir den übrigen Garten komplett mit Regenwasser aus unserer unterirdischen Zisterne. Andererseits benötigt der Pool nicht jedes Jahr eine komplett neue Füllung. Die Hälfte des Wassers bleibt im Winter im Becken. So müssen wir im Frühling zu Beginn der Saison nur einen Teil mit Frischwasser auffüllen.

BZ: Welche weiteren Kosten entstehen mit dem Betrieb des Pools?

Scherer: Natürlich verbraucht die Umwälzpumpe Strom. Das ist auch der größte Posten. Hinzu kommen die Kosten für die Poolchemie, also Chlor und Säureregulator und schließlich für das Wasser. Monatlich kann man insgesamt etwa 150 bis 200 Euro an Kosten veranschlagen.

BZ: Die Kosten sind das eine, die Arbeit das andere, oder?

Scherer: Ja, unseren Pool haben wir schon vor 17 Jahren gebaut. Es ist eine vergleichsweise einfache Konstruktion mit einer umlaufenden Stahlwand und einer Kunststoffhaut, die das Wasser hält. Das ist eigentlich nicht mehr modern. Heute gibt es Gartenschwimmbäder, die komplett als Stahlbau- oder Kunstharzwanne geliefert werden.

"Wir müssen das

bei uns alles noch

von Hand machen."

Und heute wird auch fast die gesamte Poolchemie von Automaten übernommen, die die Wasserparameter laufend messen und entsprechend die Chemie dosieren, Reinigungsroboter säubern die Wände von Algen und den Boden von Dreck, der hineinfällt. Wir müssen das bei uns alles noch von Hand machen. Einen Roboter, der die Wände und den Boden abfährt, haben wir uns allerdings auch zugelegt.

BZ: Wie oft müssen Sie Wasserproben nehmen und Chlor zugeben?

Scherer: Je nach Wetterlage ein- bis dreimal pro Woche. Häufiger, wenn es sehr heiß ist, seltener, wenn es kühl ist.

BZ: Sie haben ja einen Hund. Darf der auch im Pool schwimmen?

Scherer: Nein, der geht da nicht rein. Er kommt höchstens mal an den Rand und schaut. Wir wollen ihn aber eigentlich auch lieber nicht reinlassen. Denn so ein Tier bringt viel Dreck ins Wasser.

BZ: Sind Ihre Nachbarn eigentlich neidisch auf Ihren Pool?

Scherer (lacht): Nein, die wissen, dass sie gern auch bei uns schwimmen dürfen, wenn sie wollen.

Jürgen Scherer, 53, ist gelernter Kaufmann, verheiratet und hat mit seiner Frau einen erwachsenen Sohn. Der gebürtige Schutterer baute mit seiner Frau 1995 ein Haus in Friesenheim. Ein paar Jahre später, als der Sohn schwimmen konnte, baute die Familie den Pool in den Garten.