Wir über uns

fudder zieht um

Markus Hofmann

Von Markus Hofmann

Mo, 28. November 2022 um 18:51 Uhr

Aquarium (fudder) Aquarium

Die fudder-Redaktion erhält ein neues Zuhause: Am 1. Dezember ziehen wir um. Unsere Geschichten findet ihr dann nicht mehr auf fudder.de, sondern auf der Webseite der Badischen Zeitung.

In den vergangenen Monaten haben wir intensiv darüber diskutiert, wie es weitergeht, wie ein zeitgemäßes Konzept für fudder aussehen kann. Als eigenständiges Portal wird es fudder in Zukunft nicht mehr geben. Für diejenigen, die in den vergangenen 17 Jahren fudder begleitet haben, mag dies traurig sein – nüchtern betrachtet ist es aber auch logisch: Die Zeit der Jugend- und Millennialportale ist vorbei.

Die Marke fudder wird es aber weiterhin geben. Denn fudder zieht um und ist künftig beheimatet unter dem Dach der Webseite der Badischen Zeitung. Dort, auf badische-zeitung.de, wird es weiter Geschichten mit dem Goldfisch geben. Geschichten (nicht nur) für junge Menschen, die aus der Perspektive junger Menschen erzählt werden. Diesen Geschichten, werdet Ihr, liebe fudder-Leserinnen und Leser, wie bisher auch auf Instagram begegnen, im fudder-Newsletter und auf Facebook. Die alten fudder-Geschichten, also das fudder-Archiv, werden übrigens mitgenommen zur BZ.

Neu: BZ-Digital mit U30-Abo

Den Club der Freunde werden wir leider nicht weiter betreiben. Doch wir bieten unseren jungen Leserinnen und Lesern eine Alternative an. Im Dezember startet die Badische Zeitung ein U30-Abo. Wer unter 30 ist, zahlt für das Paket BZ-Digital Basis, das unter anderem die BZ-Website und die News-App BZ-Smart enthält, nur 7,90 € pro Monat. Im ersten Jahr kostet das U30-Abo sogar nur 3,95 € pro Monat.

Wie fudder entstanden ist

"Guten Tag, hier ist fudder!" Mit diesem Satz begrüßte die fudder-Redaktion am 3. Januar 2006 ihre Leserinnen und Leser (Archivartikel vom 3.1.2006). Fast 17 Jahre sind seit dem Start von fudder.de vergangen – in der digitalen Welt sind dies zwei kleine Ewigkeiten. In diesem Januar 2006 gab es weder Twitter noch Facebook in Deutschland, weder WhatsApp noch Tiktok und auch das iPhone war noch nicht erfunden worden. Die wichtigsten sozialen Netzwerke in Deutschland hießen MySpace und StudiVZ und die Menschen veröffentlichten ihre Fotos nicht mit dem Smartphone auf Instagram sondern auf einer Foto-Community namens flickr.

In einem Büro in der Bertoldstraße legte die fudder-Redaktion damals los. Das Logo: ein Goldfisch im Comicstyle. Die Mission: Herauszufinden, wie Lokaljournalismus im Internet funktioniert. Der Auftraggeber, die Badische Zeitung, blieb zum Start unbemerkt im Hintergrund und ließ die junge Redaktion an der langen Leine mit sehr großer Beinfreiheit schalten und walten und wirbeln und wachsen und lernen.

Es war neu. Es war aufregend. Es war großartig. fudder war in diesen Tagen sicherlich einer der besten Orte in Deutschland, um digitalen Lokaljournalismus kennen und lieben zu lernen. fudder war damals ein Labor, in dem Neues entstand. Eine Plattform, die Journalismus, Blogs und die Welt von Social Media zusammenbrachte. Dass fudder junge Leserinnen und Leser in dieser digitalen Welt konsequent mit lokalen Inhalten an sich band, war neu und auch stilprägend in Deutschland. Für dieses Konzept wurde fudder im Sommer 2007 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Wenige Wochen nach der Preisverleihung in Köln feierte die fudder-Redaktion den Award mit mehr als 1000 Menschen bei einem großen Elektro-Sommerfest im Waldsee.

Dutzende junge Autorinnen und Autoren machten ihre ersten journalistischen Schritte bei fudder. Viele von ihnen arbeiten heute als Redakteurin und Redakteur bei der Badischen Zeitung, andere bei der ZEIT, bei der Süddeutschen oder beim Spiegel. Nicht nur in Freiburg erwarb sich fudder den Ruf, ein wertvoller Talentschuppen zu sein, in dem junge Journalisten die Bühne (und das Coaching) bekamen, Digitaljournalismus zu erlernen.

Wie kann Journalismus in dieser digitalen Welt der Gratismentalität, Adblocker und Bannerfriedhöfe finanziert werden? Diese Frage wurde auch bei fudder immer wieder diskutiert. Irgendwann war klar: Wenn alle Inhalte kostenlos sind, wird dies nicht funktionieren. 2016 startete fudder deshalb den Club der Freunde, der Lokaljournalismus für junge Menschen, Paid Content und regelmäßige Clubaktionen zusammenbrachte. Für seine Member veranstaltete fudder ein Picknick mit klassischer Musik auf der Sternwaldwiese in der Wiehre, Filmnächte im Cinemaxx oder die Talkshow "Clubcafé" mit Freiburger Startup-Unternehmern.

Das Jahrzehnt der Millennialportale

Die zweite Hälfte der Zehnerjahre war die Zeit der Millennialportale. Während fudder seine junge lokale Zielgruppe weiter mit Neuigkeiten aus Freiburg bediente, konkurrierten Bento (Spiegel), Ze.tt (ZEIT), jetzt.de (Süddeutsche), Buzzfeed oder Noizz (Bild) im ganzen deutschsprachigen Raum um junge Leserinnen und Leser.

Die Pandemie war dann für all diese Titel eine Zäsur. Bento, Ze.tt, Buzzfeed und Noizz stellten binnen weniger Monate den Betrieb ihrer Portale ein. Übrig blieben jetzt.de – und fudder. Doch auch fudder hat die Pandemie zu schaffen gemacht, nicht zuletzt, weil der Redaktion die wichtigsten Themen und Geschichten wegbrachen, als sich Clubs, Campus und Freiburg-City im Lockdown befanden. Auch die fudder-Redaktion war ja wochenlang verwaist. Dass wir den Kontakt zu unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Homeoffice über Zoom aufrecht erhalten konnten, war kein richtiger Ersatz für die lebendigen Redaktionssitzungen im BZ-Haus am Martinstor, in dem sich die fudder-Redaktion seit 2016 befindet.

Zwei neue Gesichter im fudder-Büro

Nun, nach dem Umzug zur BZ, werdet ihr neuen Autorinnen und Autoren auf fudder begegnen. Denn Gina Kutkat, die seit 2017 fudder-Redakteurin war, entwickelt für die BZ nun als Audio-Redakteurin neue Podcast-Formate. Und ihre fudder-Kollegin Anika Maldacker schreibt seit Oktober für die Freiburger Lokalredaktion der Badischen Zeitung. Dafür gibt es zwei neue Gesichter in der fudder-Redaktion: Carolin Johannsen (23) und Carlotta Roch (26). Carolin schreibt schon seit 2018 für fudder. Sie kommt ursprünglich aus Norddeutschland, hat in Freiburg studiert und unter anderem beim ZDF und beim NDR hospitiert. Carlotta stammt aus Bad Krozingen. In Amsterdam und Aarhus hat sie Journalismus studiert und zuletzt für die FAZ als Werkstudentin im Audio-/Videoteam gearbeitet. Wer als freie Mitarbeiterin oder freier Mitarbeiter für fudder schreiben oder fotografieren möchte, nimmt am besten per E-Mail mit der Redaktion Kontakt auf: [email protected]

Wie wird sich fudder inhaltlich entwickeln? Was wird anders? Und was bleibt? fudder wird sich sicherlich verändern. Was wir uns vorgenommen haben: Weniger Texte, mehr Tiefe. Wie das genau aussehen wird: Lassen wir uns überraschen. Wir freuen uns darauf, Euch ab dem 1. Dezember auf der Webseite der Badischen Zeitung begrüßen zu dürfen!