Fühlt und seht ihr’s nicht?

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Mo, 21. März 2016

Theater

Osterfestspiele Baden-Baden: Markus Trelinski inszeniert, Simon Rattle dirigiert Richard Wagners "Tristan und Isolde".

War da wirklich Mozarts "Kleine Nachtmusik", mitten hinein in den kaum verklungenen "Tristan"-Schlussakkord? Ein ungebändigtes Handy vermutlich, irgendwo im Dunkel des Baden-Badener Festspielhauses. Waren da auch nicht die beiden Damen, wenige Plätze neben dem Kritiker, die sich zu Beginn jedes Akts – und Beginn heißt: Das Orchester spielt schon – eifrig unterhielten über all jene Dinge, die sicher wichtiger sind, als eine Aufführung von "Tristan und Isolde"?

Eine Fußnote, die sich heute vermutlich jeder beliebigen Theateraufführung, anheften ließe. Sie wäre obsolet, führte sie nicht zu einer grundlegenden Überlegung bezüglich des Themas Oper im 21. Jahrhundert: Was muss ein Regisseur anstellen, um ein Publikum, das tagaus, tagein permanenter visueller Reizüberflutung ausgesetzt ist, zur Konzentration auf ein Werk zu bewegen, das nicht auf den schnellen Kick zielt; das dem, der sich darauf einlässt, ein Höchstmaß an Abstraktionswillen ...

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