Saig

Fünf Katzen sterben an Rattengift im Lenzkircher Ortsteil Saig

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Do, 10. Oktober 2019 um 16:28 Uhr

Lenzkirch

Der Tierarzt hat Rattengift als Todesursache diagnostiziert: Im Schwarzwalddorf Saig sind fünf Fälle von vergifteten Katzen bekannt geworden. Auch Hundehalter sollten Vorsicht walten lassen.

Fünf Katzen sind in Saig in den vergangenen zwei Wochen an Rattengift gestorben. Der Leiter des Projektes "Schwarzwaldhöfe" der Musella-Stiftung, Johannes Christian Linnemann, hat deshalb jetzt bei der Polizei Anzeige erstattet.

Bereits vor einer Woche starb ein junger Hofkater in Saig. Die Tierklinik Freiburg konnte nicht mehr helfen, diagnostizierte Tod durch Rattengift. Drei weitere Katzen wurden vor dem Kater tot aufgefunden. Nachdem am Wochenende einer weiteren jungen Katze tierärztlich nicht mehr geholfen werden konnte und der behandelnde Arzt Rattengift als Todesursache diagnostizierte, wurde jetzt Anzeige gegen unbekannt erstattet.

"Das Gift wirkt verzögert. Es kann bis zu einer Woche nach Aufnahme dauern, bis die Mäuse und Ratten innerlich verbluten." Johannes Christian Linnemann
Irgendwo im näheren Umfeld des Saiger Dorfkerns hat jemand Rattengift ausgestreut, um einer Mäuse- oder Rattenplage den Garaus zu machen, vermutet Linnemann. "Das Gift wirkt verzögert", erklärt er, "es kann bis zu einer Woche nach Aufnahme dauern, bis die Mäuse und Ratten innerlich verbluten. Diese Verzögerung wird auch zum Problem für Katzen, die die vergifteten Mäuse gefressen haben." Katzen, Hunde und auch Wildtiere wie Greifvögel, Marder oder Fuchs beispielsweise, verzehren die vergifteten Tiere, lebend gefangen oder auch tot aufgefunden. Die jungen Hofkatzen wurden nämlich noch einen Tag zuvor lebendig im Heustock gesichtet.

Auch für Hundehalter ist Vorsicht geboten

Linnemann, der auch für das Katzenkastrationsprojekt der europaweit tätigen Stiftung unterwegs ist, weiß, dass Katzen sich als Freigänger um ihr Zuhause herum bewegen können. Somit sei es unklar, wo sich die Saiger Katzen vergiftet haben. Die Möglichkeit, dass sich auch Hunde vergiften, sei groß, so Linnemann. Hundehalter in Lenzkirch und Umgebung sollten aufpassen, dass ihre Vierbeiner nichts beim Gassigehen fressen. Katzenhalter in Lenzkirch, sollten ein Auge auf ihre Freigängerkatzen haben, ob sie verändertes Verhalten an den Tag legen. "Wenn Katzen viel Wasser trinken", so Linnemann, "dann ist es fast schon zu spät für sie."

Hinweise auf weitere Vergiftungs- und Todesfälle in Saig und Lenzkirch können ans Polizeirevier Neustadt, Tel. 07651/ 93360 oder auch an Linnemann per E-Mail (projekte@musella-stiftung.li) gegeben werden.