Staudamm und Nahverkehr

Für die Gemeinde Horben kostenfreien und möglichst halbstündlichen Busverkehr der VAG ermöglichen

Christoph Gerhardt

Von Christoph Gerhardt (Freiburg)

Mo, 23. März 2020

Leserbriefe Freiburg

Zum Leserbrief (Freiburg) "Danke, Horben, für die Solidarität" von Kathy Riechel (BZ vom 24. Februar), der sich auf Berichte zum neuen Regenrückhaltebecken bezieht.

Sehr geehrte Frau Riechel, es ist wirklich außergewöhnlich, dass Sie in Ihrem Leserbrief die Bereitschaft Horbens würdigen, "ihre Solidarität mit uns in der Wiehre an den Tag zu legen."

Die Horberner solidarisieren sich durch den massiven, 13,5 Meter hohen Staudamm im Bohrertal auf Horbener Gemarkung jedoch nicht nur mit den Bewohnern der Wiehre, sondern auch mit den Bewohnern weiterer Stadtteile wie Haslach, Gutleutmatten, Weingarten und des zukünftigen Stadtteils Dietenbach. Vor diesem Hintergrund finde ich es mehr als nur angemessen, wenn sich auch die Bewohner Freiburgs mit ihren Horbener Nachbarn solidarisch zeigen und ihnen einen für die Gemeinde Horben kostenfreien und möglichst halbstündlichen Busverkehr der VAG sowie eine Teilnahme am Safer Traffic für die Horbener Nachtschwärmer ermöglichen. Derzeit zahlt die Gemeinde Horben 70 000 Euro pro Jahr für eine unter der Woche maximal einmal pro Stunde fahrende VAG-Busverbindung, die um 20 Uhr endet und an den Wochenenden auch noch deutlich ausgedünnt ist. Vom Safer Traffic am Wochenende und vor Feiertagen ist die Horbener Jugend komplett abgehängt und den normalen Fahrpreis des RVF zahlen die Horbener natürlich trotzdem. Die Strecke Günterstal – Talstation fährt die VAG doch sowieso im 20-Minuten-Takt, um die Schauinslandbahn anzudienen.

Die 70 000 Euro pro Jahr sollten der Freiburger Bürgerschaft ihr Hochwasserschutz wenigstens wert sein. Außerdem nutzen die Bürger Freiburgs gerne und intensiv die Horbener Gemarkung für ihre Freizeitaktivitäten. Und darüber hinaus kommt ihnen ein besserer Takt der Linie 21 auch noch selbst entgegen, denn ein dichterer Takt auf der Linie 21 würde sicherlich manchen Horbener dazu bewegen, sein Auto in Horben stehen zu lassen und so den Freiburger stadtgrenzenübergreifenden "Modal Split" zu verbessern.

Sehr geehrte Frau Riechel, sehr geehrte Bewohner der vom Hochwasserdamm im Horbener Bohrertal begünstigten Stadtteile Wiehre, Haslach, Gutleutmatten, Weingarten und zukünftig Dietenbach, bitte fordern Sie die Solidarität Freiburgs mit Ihren Nachbarn aus Horben bei Ihren Vertretern im Gemeinderat und der Freiburger Verwaltung ein.

Christoph Gerhardt, Freiburg