Fürs Dorf etwas bewegen können

Robert Bergmann

Von Robert Bergmann

Fr, 23. August 2019

Steinen

Jürgen Schäfer, der neue Ortsvorsteher von Hüsingen, freut sich aufs Ehrenamt / Breitband, Kindergarten und Wohnen als Themen.

STEINEN-HÜSINGEN. Jürgen Schäfer heißt der neue Ortsvorsteher von Hüsingen. Anfang August wählte ihn der Ortschaftsrat zum Nachfolger von Holger Sutter, der sich nach sieben Jahren nicht erneut zur Wahl stellte. Der 53-jährige Maschinenbautechniker ist bereits seit fünf Jahren Mitglied im Hüsinger Ortschaftsrat.

Der Sommer macht grad mal Pause am Tag des Treffens mit Jürgen Schäfer, dem neuen Ortsvorsteher von Hüsingen. Der Regen prasselt in der Brunnenstraße, dort wo Schäfers Elternhaus steht. Gerade ist er heimgekommen von der Arbeit bei der Firma Ekato in Schopfheim, nun macht es sich Jürgen Schäfer gemütlich am großen Tisch im geräumigen Wohnzimmer, während durchs Haus der Duft von frischgekochter Marmelade zieht.

"Das hier war früher mal die Scheune im Hof meines Vaters", erklärt Jürgen Schäfer. Der alte Herr – einst war er Landwirt- ist vor einem Jahr gestorben, die Mutter lebt noch nebenan. Der neue Ortschef Jürgen Schäfer ist froh mit seinem Heimatdorf so tief verbunden zu sein. Hüsingen liegt ihm am Herzen: die Geschichte, die schönen Seiten aber auch die Probleme Hüsingens kennt Schäfer seit Kindertagen. Dass sich das Dorf – wie so viele in der Region – mehr oder weniger zum "Schlafdorf" entwickelt hat, die Wirtshäuser und der Einkaufsmarkt allesamt dicht sind, gefällt ihm gar nicht. Und Jürgen Schäfer freut sich jetzt nach fünf Jahren praktischer Mitarbeit im Ortsparlament das ein oder andere Herzensthema jetzt auch einmal direkt anpacken oder zumindest ansprechen zu können. Zumal er im neuen Ortschaftsrat viele ebenso tatkräftige Mitstreiter – darunter auch den bisherigen Ortsvorsteher – hinter sich weiß.

Da ist die Breitbandversorgung, von der sich auch die Hüsinger doch einiges an Entwicklung erhoffen. Beim schnellen Internet ging es in Hüsingen zunächst vergleichsweise schnell voran, den sogenannten Backbone hat der Eigenbetrieb des Landkreises recht schnell durch den Altweg hinaufgetrieben. "Nun müssen wir schauen, dass auch die Hausanschlüsse bald einmal kommen", sagt Jürgen Schäfer. Auf der Agenda hat er aber auch den in die Jahre gekommenen zweigruppigen Kindergarten. Dort gebe es "einen großen Renovierungsstau", sagt Schäfer. Er hofft jetzt, dass dies in der Gesamtgemeinde genauso gesehen wird und die dringende Erneuerung oder auch Erweiterung der Einrichtung im anstehenden Haushaltsplan ihren Niederschlag findet.

Als dritten Wunsch für Hüsingen führt Jürgen Schäfer die Ausweisung eines neuen Wohngebietes auf. Aktuell, so Schäfer, beschränkten sich die Möglichkeiten potenzieller Häuslebauer im Dorf auf das Füllen von Baulücken, im Neubaugebiet Im Laier gebe es keine Kapazitäten mehr. Der Ortschaftsrat hat sich ein Areal im Altweg als mögliches Baugebiet ausgeguckt. Hier müsste halt bald einmal ein Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden. Was die politische Einstellung angeht "würde ich mich keiner bestimmten Richtung zuordnen", sagt Jürgen Schäfer. Am ehesten sehe er sich noch bei den Freien Wählern, erzählt der neue Ortsvorsteher. Politisch interessiert sei er gleichwohl und halte sich auch regelmäßig über die wichtigen Themen vor Ort im Land und im Bund auf dem Laufenden.

Sich für das neue, zeitaufwändige Ehrenamt zu organisieren "wird ein stückweit zur Herausforderung", schätzt Jürgen Schäfer. Zwar sind die Kinder – ein Sohn und eine Tochter – inzwischen aus dem Haus. Die Freizeit dürfte gleichwohl noch ein wenig knapper werden, schwant dem 53-Jährigen. Nach der Absage von Holger Sutter für eine weitere Kandidatur habe er sich mit der Familie besprochen, auch der Arbeitgeber habe erst einmal seine Zustimmung geben müssen, bevor er sich zur Übernahme der Verantwortung entschieden habe, erzählt er.

Apropos Freizeit: Die ist bei Jürgen Schäfer durchaus schon jetzt ausgefüllt: Er ist Mitglied in der freiwilligen Feuerwehr und beim Turnverein. "Und einmal die Woche gehe ich zum Volleyballspielen nach Hägelberg", verrät er noch. An Wochenenden ist Schäfer dann gerne mit Ehefrau Brigitte auf den vor zwei Jahren gekauften E-Bikes unterwegs.