Fulminantes Genusslauf-Comeback

Volker Münch

Von Volker Münch

Mo, 02. Mai 2022

Müllheim

Beim Müllheimer Genusslauf gab es nur strahlende Gesichter / 700 Läuferinnen und Läufer nahmen die zwei Strecken unter die Füße.

. Endlich konnten die Organisatoren des Markgräfler Genusslaufs und vor allen Dingen die anfeuernden Zuschauer wieder in strahlende Gesichter sehen: Rund 700 Läuferinnen und Läufer machten sich bei der 20. Auflage des Laufs auf den Weg. Die einen starteten beim Halbmarathon, die anderen erfreuten sich an den Genüssen beim Viertelemarathon, bei dem Häppchen und Wein als kleine Belohnung "gegen den inneren Schweinehund" gereicht wurden.

Es war fast wie vor der Corona-Pandemie. Und trotzdem spürte man bei den eigentlich erfahrenen Organisatoren der Genussläufer eine gewisse Nervosität. Immerhin liegt der letzte Genusslauf wegen des Lockdowns drei Jahre zurück. Gleich vorweg: Es hat fast alles routiniert funktioniert. Der Faktor Spaß bei den Freizeitläufern, von denen sich viele in kreative und phantasievolle Kostüme zwängten und trotz schweißtreibendem Sport tapfer in strahlendem Sonnenlicht die Anhöhen hochkämpften. Dabei wurden die mit kräftigem Applaus der Zuschauer und Anfeuerungsrufen motiviert, nicht aufzugeben. Schottische Dudelsackmusik sorgte bei der Grillhütte für die nötige Stimmung. Manchmal standen die Dudelsackspieler sogar für die Läufer Spalier. Noch vor den beiden Läufen gab es im Eichwaldstadion viel zu sehen. Das begann schon bei der Wiedersehensfreude unter den Sportlern, die sich nach langer Isolation wieder herzlich begrüßen konnten, und endete bei den "Eyecatchern" als die ersten kostümierten Sportler im Stadion eingelaufen waren. Hier hatte Harry "Spock" Bittner – den Spitznamen hatte er seinen angeklebten Spock-Ohren zu verdanken – alle Hände voll zu tun, mit seinem Jury-Team nicht nur das Aussehen zu bewerten, sondern auch den Auftritt beim "Catwalk" auf der Bühne. Es war ein Riesenspaß für das Publikum. So kam neben der Marathongruppe des Teams Mon Devoir, das morgens um sechs Uhr in Freiburg zu einem Marathon aufgebrochen war, auch das Viertelemarathonteam, das als Klofrauen mit ihrem "Kummer-Klo" kamen. Die Erklärung: Hier konnten alle Menschen ihren Kummer in den "unendlichen Weiten des Universums versenken", erzählten die Kostümierten. Sie wurden Zweite.

Den ersten Platz belegte in diesem Jahr die "Mannschaft des Raumschiffs Enterprise", die in einem Rollenspiel ihre Idee, die Welt zu retten, zum Spaß aller Zuschauer präsentierten. Auf den dritten Platz kam die Nürnberger Gruppe "Granatäpfel", die eine gelungene Persiflage zum Thema Plastik Müll in den Weltmeeren darstellten. Bei den Einzelfiguren gab es eine Weinbergschnecke, eine Duftwolke, einen Raketen-Engel (Sieger) und einen übergroßen Wecker, der für das Comeback des Laufes schellte.

Genussläufer-Vorsitzender Niels Tröger und sein Helferteam freuten sich über die vielen Sportler. Zwar waren es weniger als in den vorangegangenen Genussläufen, die Gründe waren aber schnell erklärt. So konnten sie wegen der Corona-Pandemie erst im März die Ausschreibung starten. Und die kam nach den Worten Trögers für manche Läufer zu spät. Andere seien durch den Maifeiertag anderweitig festgelegt oder durch eine Corona-Erkrankung verhindert gewesen. "Wir sind schon froh, dass es endlich wieder stattfinden konnte", so der Genussläuferchef. Besonders gefreut hat es die Organisatoren, dass die beiden Gewinner des Freiburger Marathons, Frank Koch und Stefanie Doll, beim Halbmarathon an den Start gingen. Koch brauchte eine Stunde und 15 Minuten, Doll war knapp sechs Minuten langsamer, und damit rund 17 Minuten schneller als die zweitplatzierte Frau (Sportteil am Dienstag).

Fotografische Impressionen unter http://www.badische-zeitung.de/fotos