Alter Sportplatz Heiligenzell

Fußballplatz wird zur Futterwiese

Lena Marie Jörger

Von Lena Marie Jörger

Sa, 04. Juli 2020 um 15:02 Uhr

Friesenheim

Ein Landwirt hat den alten Sportplatz in Heiligenzell gepachtet – langfristig soll mit dem Gelände aber etwas anderes passieren.

Wo einst Kicker dem Ball hinterherjagten, wächst heute Futter für Rinder und Pferde: Nebenerwerbslandwirt André Bruckert aus Lahr-Reichenbach hat den alten Sportplatz in Heiligenzell gepachtet. Was letztlich mit dem rund 7500 Quadratmeter großen Areal zwischen der Wohnbebauung am südlichen Ortsrand von Friesenheim und dem Gewerbegebiet an der Allmendstraße langfristig passieren soll, ist noch immer offen.

Der alte Sportplatz, auf dem die 1000-Jahr-Feier von Friesenheim und Heiligenzell gefeiert worden war, ist wieder in den Besitz der Gemeinde übergegangen, nachdem der Sportverein Heiligenzell auf die Nutzung des Platzes verzichtet hatte. Der Erbbauvertrag zwischen Verein und Gemeinde wurde vorzeitig aufgelöst. Dies war die Voraussetzung dafür, dass der Verein einen Zuschuss aus der Gemeindekasse zum Bau einer Flutlichtanlage am neuen Sportplatz bekam. Im November 2019 wurde die Anlage installiert.

Die Futterwiese ist kein Platz für Hundkot

Vor wenigen Wochen wurde der alte Sportplatz nun an André Bruckert verpachtet. "Ich hatte von Anfang an Interesse an dem Gelände", sagt der 36-Jährige, der im Bauhof der Gemeinde Friesenheim beschäftigt ist, im Gespräch mit der BZ. Er ist Landwirt im Nebenerwerb, betreibt Ackerbau und hat Rinder, Pferde und Schweine. Die Wiese nutzt er nun, um Futter für die Rinder und Pferde zu gewinnen. Das wisse noch nicht jeder, der dort spazieren geht, weshalb er immer wieder Hundekot entdecke. Bruckert will nun noch Hinweisschilder für Hundehalter aufstellen. "Ich will die Menschen dafür sensibilisieren, dass hier Tierfutter entsteht und dass Hundekot in dem Futter meine Tiere krankmachen kann", sagt er.

Sensibilisieren will er auch für ein anderes Thema: das Mähen an Sonn- und Feiertagen. Vor zwei Wochen habe sich ein Anwohner gestört gefühlt, weil er sonntags gemäht habe, sagt Bruckert. "Damit möchte ich niemanden ärgern", betont er. "Aber solche Arbeiten sind sehr stark wetterabhängig. Deshalb muss man sie manchmal auch an Sonn- oder Feiertagen erledigen."

Es gibt noch keinen Zeitplan für weitere Überlegungen

Ortsvorsteherin Brigitta Schrempp sagt: "Ich bin froh, dass das Gelände an jemanden gegangen ist, der einen Nutzen daraus zieht." Eine Dauerlösung soll die Verpachtung an den Landwirt aber nicht sein. Schon im vergangenen Jahr hatten die Friesenheimer Gemeinderäte verschiedene Ideen zu einer künftigen Nutzung des Areals geäußert – von einem Ärztehaus über einen kommunalen Kindergarten bis zu Bauplätzen.

Einen konkreten Zeitplan, wann weitere Überlegungen angestellt und eine Umsetzung angegangen wird, gibt es laut Brigitta Schrempp bislang nicht. Die Ortsvorsteherin betont aber: "Das ist Baugelände, auf das die Gemeinde jetzt wieder Zugriff hat. Das sollte nicht brachliegen."