Coronavirus

Fußballtraining in der Coronakrise – wie der SV Ballrechten-Dottingen trainiert

Sophia Hesser

Von Sophia Hesser

Do, 26. März 2020 um 09:50 Uhr

Ballrechten-Dottingen

Der SV Ballrechten-Dottingen hat Trainingspläne für seine Spieler während der Coronakrise aufgestellt – jetzt wird zuhause Sport gemacht.

Der Alltag hat sich in allen Bereichen gewandelt – bei der Arbeit, hinsichtlich der Einkäufe und Besuche von Bekannten und Verwandten oder auch bei Vereinen. Beim Sportverein Rot-Weiß Ballrechten-Dottingen etwa hat sich in den vergangenen Tagen einiges geändert – trainiert wird nur noch zuhause, Spiele sind abgesagt, derweil planen die Trainer, wie es in Zukunft weitergeht.



"Kompletter Spiel- und Trainingsbetrieb ist bis auf weiteres eingestellt. Das gilt für alle Mannschaften!", steht derzeit auf der Internetseite des Vereins. Die Generalversammlung vom 20. März wurde verschoben. Wie sieht es jetzt mit dem Vereinsleben aus?

"Jetzt geht erstmal nichts", sagt der sportliche Leiter des Vereins, Nando Oberer. Am 8. März war noch normaler Spieltag, am Dienstag darauf Training der aktiven Mannschaften, dann wurde alles eingestellt.

"Bis dahin müssen sich die Jungs selber fit halten."

Gemeinschaftliches Trainieren sei jetzt natürlich nicht mehr möglich. Doch der Fitnesstrainer des Vereins hat einen Trainingsplan erstellt. Der Verein geht davon aus, dass der Spielbetrieb vorerst bis 19. April nach Vorgabe des südbadischen Fußballverbands eingestellt bleibt. "Bis dahin müssen sich die Jungs selber fit halten", sagt Oberer. Auf dem Trainingsplan der vergangenen Woche standen etwa drei Läufe von jeweils 40 Minuten. Das Tempo soll von Woche zu Woche erhöht werden. Außerdem sollen die Spieler Konditionsübungen machen, Bauch, Beine, Po, Rücken und Brust trainieren und natürlich dehnen – und alles gleich mehrfach in der Woche, so Oberer. Die Vorbereitung auf die Saison habe erst im Januar begonnen, das erste Punktspiel war das am 8. März – "und jetzt steht das Auto erst mal still". Doch nicht nur sportlich gehe erstmal nichts mehr – auch dass das Clubheim am Sportplatz geschlossen hat, wo sonst Mitglieder ausgeschenkt und gekocht haben, merke der Verein, dem jetzt diese Einnahmen fehlen. Die laufenden Kosten wie Miete würden ja nicht wegfallen.

"Bitte trefft euch nicht auf dem Soccerplatz!"

Im Jugendbereich braucht es keinen Fitnessplan, erzählt Eugen Rempel, Jugendleiter der sogenannten Castellbergschmiede. "Die toben eh im Garten", sagt er. Sportliche Hausaufgaben hätten die Trainer der acht Mannschaften den 140 Kinder nicht mitgegeben – nur die Botschaft: "Bitte trefft euch nicht auf dem Soccerplatz!"

Den Kontakt halte man über Whatsapp-Gruppen mit Spielern und Eltern. Die Trainer feilen derweil per Telefon und Videokonferenz an Spielsystemen und Trainingseinheiten für die Zeit nach der Coronakrise. "Wir müssen hoffen, dass bald alles vorbei ist", sagt Rempel den Kindern, die ihr Fußballtraining schmerzlich vermissen.