Medizinische Versorgung

Fußchirurgin Charlotte Hase verlässt das Ortenau-Klinikum

Hannah Fedricks Zelaya

Von Hannah Fedricks Zelaya

Di, 05. Januar 2021 um 13:48 Uhr

Ettenheim

Die Ärztliche Leiterin der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie geht Ende September. Was das für den Klinikstandort Ettenheim bedeutet, ist noch unklar.

Die Ärztliche Leiterin der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie wird das Ortenau-Klinikum in Ettenheim zum 30. September 2021 verlassen. Das hat das Klinikum in einer Pressemeldung mitgeteilt. Wie es nach dem Weggang von Charlotte Hase für die Abteilung weitergeht, ist noch unklar.

"Dass Frau Hase geht, ist nicht nur ein großer Verlust für das Ortenau-Klinikum und Ettenheim, sondern auch für die gesamte Ortenau", sagt Bürgermeister Bruno Metz auf BZ-Anfrage. Hase werde die Ortenau Richtung Freiburg verlassen und ihre Expertise und ihren Ruf mitnehmen.

"Die Kündigung kam für uns sehr überraschend", sagt Dieter Schleier, Pressesprecher des Ortenau-Klinikums, auf Nachfrage. "Sie hat persönliche Gründe", erklärt Christof Mutter, Verwaltungsdirektor des Ortenau Klinikums Lahr-Ettenheim in einer Pressemitteilung.

Charlotte Hase, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Spezialistin im Bereich Fußchirurgie, hat die Fußchirugie in Ettenheim zum Aushängeschild des Klinikums gemacht. Unter ihr ist die Abteilung 2017 neu gegründet und seither weiter ausgebaut worden. Neben den zwei weiteren Säulen Innere Medizin und der Schmerztherapie ist die Bedeutung der Abteilung in den vergangenen Jahren immer wieder betont worden, um den Fortbestand des Hauses zu rechtfertigen. Im Zuge der Agenda 2030 soll der Standort zu einem Gesundheitszentrum umgewandelt werden.

Ein neues Konzept muss gefunden werden

"Frau Hase und ihr Team waren in ihrem Feld über die Region hinaus bekannt. Auffallend oft bin ich darauf angesprochen worden, wie glücklich Ettenheim sich schätzen könne, sie als Alleinstellungsmerkmal hierzuhaben", sagt Metz der BZ.

Wie es nun mit der Abteilung und damit auch dem Klinikstandort weitergeht, ist unklar. "Der Träger muss sich nun Gedanken darüber machen, wie die Lücke gefüllt werden kann", so Metz. Er zeigt sich zuversichtlich, dass Ettenheim als Standort seine Attraktivität beibehalten kann. "Wir haben ja auch noch die gute Arbeit der Inneren Medizin unter der Leitung von Leonhard Mohr und die kreisweit einmalige Schmerztherapie mit Ingo Schilk als Aushängeschilder zu bieten."

Die OP-Kapazitäten, die bisher hauptsächlich von der Fußchirugie belegt worden sind, würden im Oktober frei und ermöglichten eine Umschichtung. Der Bürgermeister stehe daher im regen Austausch mit den Verantwortlichen, Ideen und mögliche Konzepte gebe es schon.

Neue Konzepte werden entwickelt

Zunächst freue man sich auf eine weiterhin gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit bis im September, so Verwaltungsdirektor Mutter. "Bis dahin werden wir in Ruhe Konzepte für unser Leistungsspektrum im Bereich Fußchirurgie sowie für Ettenheim insgesamt erstellen und mit dem Ausschuss für Gesundheit und Kliniken abstimmen", fügt Pressesprecher Schleier an.

2017 konnte das Ortenau Klinikum die Fußchirurgin Charlotte Hase gewinnen. Mit ihr wurde am Ettenheimer Klinikum eine spezialisierte und moderne Fußchirurgie auf höchstem Niveau begründet. Zunächst wurde die Ettenheimer Fußchirurgie als Sektion der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie geführt, die von Chefarzt Akhil Verheyden geleitetet wird. Im Januar vergangenen Jahres wählte der Ausschuss für Gesundheit und Kliniken des Ortenaukreises Charlotte Hase zur Ärztlichen Leiterin einer eigenständigen Abteilung für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie.