Gärtnern mit Kindern

Silke Kohlmann

Von Silke Kohlmann

Mo, 29. März 2021

Südwest

Der Sonntag Dem Nachwuchs die Natur nahebringen: Frühlingshafte Ideen für den Garten, den Balkon und die Fensterbank .

Langsam wird es draußen grüner und bunter – der Frühling ist da! Da haben auch kleine Gärtner großen Spaß, der Natur ein bisschen auf die Sprünge zu helfen. Wir haben kinderleichte Ideen zum Nachmachen gesammelt: Lieblingsgemüse auf der Fensterbank ziehen, Bohnen bestaunen oder sogenannte Samenbomben basteln.

Lieblingsgemüse ziehen

» Wir brauchen: Anzuchterde, Samen des Lieblingsgemüses (wie Cocktailtomaten, Zucchini, Mangold, Brokkoli), Eierkarton
Eigentlich ist der März die richtige Zeit, um Tomaten und viele andere Gemüsesorten im Haus vorzuziehen. So nämlich haben die Pflänzchen im Mai die richtige Größe, um ins Freie umziehen – egal ob in den Garten oder in den Pflanztopf auf dem Balkon.

Wir nehmen uns einen Eierkarton und füllen die Vertiefungen mit Erde. Nun legen wir vorsichtig ein Samenkörnchen in jede Schale und bedecken es nur ganz leicht mit Erde. Damit unsere Tomate wachsen kann, suchen wir ihr einen warmen und hellen Platz auf der Fensterbank, schützen sie vor Zugluft und halten sie über die nächsten Wochen schön feucht. Und es dauert nicht lang, bis unser Korn zu sprießen beginnt und sich zu einer zarten Pflanze entwickelt. Im Mai schneiden wir unseren Eierkarton dann einfach in sechs Teile und setzen die Tomaten samt Karton ins Beet oder einen großen Topf. Wenn sie größer wird, stecken wir eine Rankhilfe in den Topf und binden sie daran fest. Und irgendwann im Sommer ist es dann so weit: Wir probieren unsere eigenen Tomaten – so lecker wie keine sonst!

Tipp: Wer mit dem Säen später dran ist: Für die Vorkultur ab April eignen sich dann Kinderlieblinge wie Gurken, Melonen oder Kürbis.

Samenbomben basteln

Wir brauchen: Erde, Tonpulver oder Heilerde, Samen heimischer Wildblumen

Das wird eine herrliche Matscherei: Wer Samenbomben formt, darf sich so richtig die Finger schmutzig machen! Zuerst sieben wir die Erde oder zerkrümeln sie mit den Fingern, so dass sie schön feinkörnig ist. Damit die Zauberkugeln später nicht auseinanderfallen, benötigen wir etwas, das klebt: nämlich Tonpulver aus dem Bastelladen oder einfach Heilerde aus dem Drogeriemarkt. Nun mischen wir Erde und Tonpulver zu gleichen Teilen und geben Samen dazu. Auf zehn Teile Ton-Erde-Gemisch kommt ein Teil Samen. Bei den Samen sollten wir darauf achten, dass es Sorten sind, die natürlicherweise bei uns vorkommen und Insekten und Vögeln Nahrung bieten: Sonnenblumen, Kornblumen, Ringelblumen oder auch Mohn eignen sich gut.

Wenn alle trockenen Zutaten vermengt sind, geben wir vorsichtig Wasser hinzu und mischen alles zu einem festen Teig. Nun rollen wir walnussgroße Kugeln, legen diese in eine Eierschachtel und lassen sie ein paar Tage trocknen. Dann aber kann’s losgehen: Samenbomben werfen oder ablegen, auf Regen warten und viele Tage später die selbstgemachte Blumenexplosion bewundern.

Bohnen beobachten

» Wir brauchen: Bohnen, ein großes Glas, Küchenrolle, Wasser

Weil Bohnen schnell und kräftig wachsen, eignen sie sich super für dieses Experiment. Wir nehmen uns einige Stücke Küchenrolle, tränken sie mit Wasser und stecken sie in ein Glas. Jetzt lassen wir zwei oder drei Bohnensamen seitlich ins Glas rutschen. So, dass die Samen genügend Feuchtigkeit abbekommen, wir sie aber zugleich gut beobachten können. Nun das Küchenpapier immer schön feucht halten – und beobachten, was passiert: Schon nach wenigen Tagen nämlich beulen sich die Bohnen aus, erste Wurzeln schieben sich aus dem Samen, umklammern das Küchenpapier und bald treiben sie grüne Stängel mit zarten Blättern aus. Wenn die Pflanzen kräftig genug sind, setzen wir sie in einen Blumentopf und können damit Balkon oder Terrasse verschönern – sie ranken super und blühen in wunderbaren Farben.

Marienkäferhotel

Wir brauchen: leere Konservendose, wasserfeste Farben, Wellpappe, Schilfrohr, Draht

Insektenhotels hängen inzwischen in jedem Garten. Darum probieren wir etwas Neues aus: ein Marienkäferhotel. Damit auch ganz klar ist, wen wir hier willkommen heißen, malen wir unsere Konservendose erstmal kräftig rot an und verzieren sie mit schwarzen Punkten. Dann können wir sie schon füllen: mit zusammengerollter Wellpappe, Schilfrohr, dünnen Stöckchen oder Bambusröhren. Nun binden wir einen Draht um die Dose und hängen sie so in eine Hecke oder einen Baum, dass die Öffnung leicht nach unten neigt. Dann heißt es abwarten, bis die ersten Bewohner einziehen. Wenn es Marienkäfer sind, können wir uns freuen, weil sie die Blattläuse von unseren Pflanzen abfressen. Aber auch alle anderen Insekten sind gut für unseren Garten oder den Balkon.