GANZ NEBENBEI: Böll, nicht Brecht

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Sa, 20. Juni 2020

Elzach

"Als im Elztal Aufgewachsener bin ich der BZ auch im fernen mittleren Neckarraum noch verbunden. Als Deutschlehrer fühle ich mich umso mehr verpflichtet, dem Elztäler Journalismus aus der Ferne weiterzuhelfen", stand in einer email. Und darum geht’s: Im "Ganz nebenbei" vom 13. Juni war unter der Überschrift "Kein zweites Boot" die bekannte "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral" (griechischer Fischer) Thema. Diese stammt aber von Heinrich Böll, nicht von Bertold Brecht (Brecht war zudem mit überflüssigem "h" im Bertold geschrieben). Beides fiel Bernhard Nopper auf, der die email schrieb. Wir senden ein "Merci" in den mittleren Neckarraum.

Heute ist’s soweit

Deutschland gegen Titelverteidiger Portugal spielt heute, Samstag, 20. Juni, um 18 Uhr in München in der Gruppe F der Fußball-Europameisterschaft – wenn Corona nicht gekommen wäre. Nun ist alles auf 2021 verlegt, man darf sich also ein Jahr länger drauf freuen. Der heutige 20. Juni bleibt aber gleichwohl ein ganz wichtiges Kicker-Datum – für die Fußballer aus Südbaden: Der Verbandstag entscheidet, ob die Anfang März unterbrochene Saison (höchstwahrscheinlich) endgültig abgebrochen wird. Wer im März an der Tabellenspitze stand, wird dann zum Meister erklärt – wie zum Beispiel hier im Elztal die Sportfreunde Elzach-Yach.

Morgen ist der Tag

O je, ab Montag geht’s bergab: Am Sonntag ist Sommeranfang und Sommersonnenwende, längster Tag des Jahres. Danach werden, seufz!, die Tage schon wieder kürzer. Die Elztäler haben immerhin das Privileg, vom Kandel aus der Sonne im Westen weit nachgucken zu können. Fast, bis sie im Atlantik oder zumindest hinter Paris, na, sagen wir mal, hinter den Vogesen versinkt. Das kann man in Bayern nicht, ja, nicht mal im mittleren Neckarraum.

Schau mal an

Noch mal Fußball: Dass es Kicker aus Elztäler Vereinen sogar ganz schön weit bringen können, bewies am Dienstag das Bundesligaspiel FC Augsburg – Spvgg. Hoffenheim. Wer saß da als Cheftrainer auf der Bank: Heiko Herrlich (seit kurzem in Augsburg) und Matthias Kaltenbach (ganz frisch Chefcoach bei Hoffenheim). Herrlich stammt aus Kollnau, spielte in der Jugend beim FCK. Kaltenbach ist Freiburger, spielte mal beim SV Waldkirch und noch länger bei den Sportfreunden Elzach-Yach, war dort Mannschaftsführer und zuletzt Co-Trainer. Resultat am Dienstag in Augsburg: Kollnau 1, Elzach-Yach 3.

Schön geredet

"Ha, du bisch ja wirklich de Allerschönst’!" hätte seine Frau kopfschüttelnd mal wieder zu ihm gesagt – erzählt ein Elztäler und im tiefsten Inneren ahnt er es: Es war kein Kompliment... Schönheit ist ja auch Ansichtssache. Manche finden lange Haare schön, manche kurze, blonde, rote, schwarze, graue, blaue. Und der Körpertyp: Athletisch, dünn, mollig – was ist schöner? Die Geschmäcker sind verschieden. Wenn’s um Frauenattraktivität geht, geben sich Männer ja gern wählerisch. Bei sich selber sind sie großzügiger – und reden manches schön. Beispiel eins, Bauch: "Ich bin doch gar nit dick – bi mir sin nur d’Bei z’weit hinte", behauptete ein alter Waldkircher gern. Beispiel zwei, Glatze: "E schön’s G’sicht brucht halt Platz" strahlt ein Elzacher "oben ganz ohne". Ihnen und auch allen anderen zum Trost zitieren wir Friedrich Torbergs Tante Jolesch (aus seinem Buch: "Tante Jolesch oder der Untergang des Abendlandes in Anekdoten"). Und diese Tante sprach Folgendes: "Was ein Mann schöner is wie ein Aff’, is ein Luxus."