GANZ NEBENBEI: Fill-Müll

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Sa, 10. April 2021

Waldkirch

"Fill the bottle!" heißt es in Waldkirch: Jeder kann mithelfen, dass es draußen für alle schöner ist – durch Einsammeln von weggeworfenem Müll, und zwar so nebenbei, etwa beim Spaziergang. Zum Beispiel, so sagt es die Stadt, mit "Fill the bottle": Eine alte Plastikflasche mit Zigarettenstummeln füllen. Wer immer noch kein Englisch kann: "Fill the bottle" ist sogar fast mit altem Alemannisch identisch: "Fill de Budel" (von der französischen "bouteille"). Oder, ganz korrekt: "Fülle die Flasche!". Heute, Samstag, stellen die Technischen Betriebe einen Container am Stadttrainsee ( Parkplatz Baumkronenweg) auf, wo man von 10 bis 17 Uhr den gesammelten Fill-Müll entsorgen kann.

Buchstabenfehler

So ein Zeitungsbildarchiv ist prima: Stichwort tippen – wusch, ist das gewünschte Foto auf dem Bildschirm. Wenn’s Stichwort nicht stimmt? Oha... So wunderten wir uns gestern, dass unter "Stoltenburg" statt dem gesuchten Waldkircher SPD-Vorsitzenden Fotos von jemand erschienen, den man irgendwie kannte? Und dann noch von einem Zweiten, der, ganz lange her, auch irgendwie bekannt war? Der erste war der NATO-Generalsekretär, der zweite ein Ex-CDU-Ministerpräsident – weil wir halt statt "Stoltenburg" versehentlich "Stoltenberg" getippt hatten. Nun, das richtige Foto kam noch rechtzeitig, vom Waldkircher SPD-Chef selbst geschickt. Und falls NATO-Chef Jens Stoltenberg jemals auf Waldkirchs Wochenmarkt einkaufen täte – jetzt würden wir ihn sogar auf Anhieb erkennen.

Usbuffschluch

Lang ist’s her, die Zeit bei der Bundeswehr. Man lernte manches, was für’s spätere Leben zwecklos war, aber auch Nützliches. Etwa, dass in Bayern zwar Bayern leben, aber auch Schwaben und Franken. Letztere sind wiederum unterteilt in Unter-, Mittel- und Oberfranken. Zu Oberfranken gehört das Fichtelgebirge. Von dort, aus Gefrees, kam damals der Gefreite Gerhard "Tasso" Wild. Er hatte wenig Lust, seinen Dialekt für Nicht-Bayern verständlich zu machen. Also war eine elztälerische Gegenaktion fällig: Funkübung im Freien. Anordnung: "Tasso, s’Aggregat steht schon. Hol’ noch gli de Ussbuffschluch..." Sein Gesicht bleibt auch nach über 40 Jahren unvergessen – entgeistert-entsetzt-entzückt: "Wos host da g’sogt? Us-buff-schluch? Us-buff-schluch?" Es wurde für ihn das Wort des Tages, des Jahres. Vielleicht sitzt er ja jetzt irgendwo auf einem Bänkle, dieses Oberfränkle, und falls er sich an den Auspuffschlauch, den "Ussbuffschluch", erinnert, denkt er garantiert an gute Luft, Tannen, grüne Wiesen – an den Schwarzwald halt.

Obstexperten

Der Witz vom Onkel Fritz: Ein Student der Landwirtschaft schaut sich im Breisgau um und kommt auch nach Buchholz. Interessiert schaut er einem Obstbauern zu, der sich gerade an seine Bäumen zu schaffen macht. Nach einer Weile ruft ihm der Student zu: "Entschuldigung! Ich glaube, Sie arbeiten nach einer veralteten Methode. So werden Sie im Herbst nicht viele Äpfel bekommen!" Der Bauer, ohne mit seiner Arbeit aufzuhören, ruft zurück: "Ha jo, sell glaub’ i schu. Des sin’ nämlich Bierebaim..." (Birnbäume).

Selbstachtung

Der Spruch zum Wochenende ist vom Humor-Alt- und Großmeister Wilhelm Busch (1832 bis 1908) und geht so:

"Früher, als ich unerfahren

und bescheid’ner war als heute,

hatte meine höchste Achtung

andere Leute.

Später sah ich auf der Weide

außer mir noch andere Kälber

und nun schätz’ ich sozusagen

erst mich selber."