Weihnachtsmärkte

Gemeinden im nördlichen Breisgau warten Entwicklung der nächsten Wochen ab

Sebastian Krüger

Von Sebastian Krüger

So, 13. September 2020 um 13:15 Uhr

Denzlingen

Gibt es dieses Jahr einen Weihnachtsmarkt? Gundelfingen, Vörstetten, Denzlingen und Glottertal schließen dies nicht aus, haben sich aber noch nicht festgelegt. Ein Verzicht auf Glühwein ist denkbar.

Die Gemeinde Gundelfingen habe sich Ende August mit Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Handel, Handwerk und Dienstleistungen Gundelfingen und der Interessengemeinschaft der örtlichen Vereine darauf verständigt, noch keine abschließende Entscheidung in Sachen Weihnachtsmarkt zu treffen, sagte Hauptamtsleiter Marco Kern. Momentan sei es auch der falsche Zeitpunkt, über Weihnachtsmärkte zu sinnieren, wenn die Infektionszahlen stetig steigen, viele Urlauber gerade erst zurückgekehrt seien, die Schule nun starte und die kalte Jahreszeiten erst noch bevorstehe, so Kern.

"Wir könnten versuchen zu zeigen, wie man es gut macht." Lars Brügner, Bürgermeister Vörstetten
Eher kurzfristig will sich das Hotel Zum Hirschen in Glottertal entscheiden, das auf seinem Gelände jedes Jahr einen Weihnachtsmarkt für die Öffentlichkeit ausrichtet. Weil ein Teil der Verkaufsstände sich immer in der Hotellobby befinde, könnten sich zeitweise zu viele Personen in der Hotelhalle aufhalten und die vorgeschriebene Abstandsregelung nicht eingehalten werden, sagte die Empfangsdame Katharina Ploberger. Daher sei derzeit davon auszugehen, dass der Weihnachtsmarkt dieses Jahr ausfallen wird. Doch das Hotel versuche, noch eine geeignete Lösung zu finden.

Hoher Andrang befürchtet

Die Gemeinde Vörstetten will sich bis Ende September entscheiden, ob sie den traditionellen Weihnachtsmarkt am Freitag vor dem Ersten Advent veranstalten will. Bürgermeister Lars Brügner sprach von einem "erheblichen Aufwand – nicht nur bei den Toilettenhäuschen". Es müssten auch ein Einbahnstraßen-System und abgesperrte Bereiche für den Verzehr eingerichtet und womöglich auf Glühwein verzichtet werden. "Wir könnten versuchen zu zeigen, wie man es gut macht." Doch insgesamt überwiege bei ihm die Skepsis. "Wie sollen wir zum Beispiel Grüppchenbildung verhindern?", fragt er. Auch befürchtet Brügner, dass mehr Menschen als gewöhnlich kommen, wenn die umliegenden Gemeinden ihre Weihnachtsmärkt absagen.

Das Wirtschaftsnetzwerk Denzlingen sei gewillt, den Weihnachtsmarkt auch in diesem Jahr zu veranstalten, will aber noch die Auflagen abwarten, sagt deren Erster Vorsitzender Andreas Tym. Spätestens im Oktober soll die Entscheidung fallen. "Wenn wir jeden Besucher registrieren müssen, brauchen wir gar nicht anfangen. Das kriegen wir nicht gestemmt." Denkbar sei, dass nur Mitglieder des Wirtschaftsnetzwerks Stände betreiben dürfen, um das Geschehen ein wenig zu entzerren. In den vergangenen Jahren gab es laut Tym insgesamt rund 70 Stände auf dem Denzlinger Weihnachtsmarkt.