Schluchsee kommt mit blauem Auge davon

"Gemeindewald ist noch wirtschaftlich intakt"

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Mi, 16. Oktober 2019 um 17:12 Uhr

Schluchsee

Der Käfer hat dem Schluchseer Gemeindewald nur ein "blaues Auge" zugefügt und Martin Lipphardt ist weiter für den Gemeindewald zuständig.

Kreisforstamtsleiter Karl-Ludwig Gerecke, Forstbezirksleiter Thomas Emmerich mit Assistent Florian Ruge, die Revierleiter Martin Lipphardt und Wolfdieter Haug informierten den Schluchseer Gemeinderat über das Ergebnis der Forstverwaltungsreform. Ab 1. Januar 2020 wird der Staatswald getrennt von Kommunal- und Privatwald in eigenen Revieren gemanagt.

Das neue Revier Schluchsee, bestehend aus Gemeinde- und Privatwald, aber ohne Staatswald, leitet Martin Lipphardt. Der Privatwald Blasiwald gehört auch dazu. 80 Prozent des alten Schluchseer Reviers war Staatswald. Dieser wird im neu gebildeten Staatswaldrevier Rothaus von Dieterwolf Haug betreut, der bisher das Revier Bettmaringen leitet. Thomas Emmerich wechselt vom Forstbezirk Titisee-Neustadt als Leiter des neuen Staatswald-Forstbezirks 19 "Schwarzwald Süd" nach St. Blasien. Seine Stelle im Forstbezirk Titisee-Neustadt ist bis Juli vakant, erklärte Gerecke. Er und Florian Ruge seien solange die Ansprechpartner. Die umstrukturierten Reviere haben mit rund 1300 Hektar ähnliche Größen wie bisher. Schluchsee kann den Revierdienst weiter von Landesförster Lipphardt in Anspruch nehmen. Dies wird in einem neuem Vertrag geregelt. Die Kosten für diese Dienstleistungen steigen um 21 Prozent, so Gerecke.

Zur aktuellen Käfersituation erklärte Emmerich, dass die Befürchtung eines sich aufbauenden Käferbestandes wahr geworden sei. Die Käferwelle traf auf witterungsbedingt geschwächte Bäume. Hinzu kam, dass sich die Käfergenerationen in der Hälfte der Zeit (vier bis fünf Wochen) entwickelten. "Das ist eine historische Situation", sagte er. "Trotz vieler Hiobsbotschaften, in Schluchsee ist der Bestandsverlust durch den Käfer gering", sagte Emmerich. Von eingeschlagenen 3300 Festmetern waren 2000 Festmeter Käferholz. Es gebe Lücken im Wald aufgrund des eingeschlagenen Käferholzes, aber keine Kahlflächen von 40 Hektar wie im Landkreis Waldshut. "Die positive Botschaft laute, noch ist der Gemeindewald Schluchsee wirtschaftlich intakt", sagte der Forstbezirksleiter.

Irgendwann werde die Käferwelle abebben. Positiv sei am Holzmarkt, dass die Säger frisches Holz bräuchten. Für dieses gebe es bessere Preise. Für Käferholz gebe es weniger, als es in der forstlichen Aufarbeitung im Wald koste.