Corona-Verordnung

Geschlossene Campingplätze: Wandern Gäste in andere Regionen ab?

Thomas Biniossek

Von Thomas Biniossek

Mo, 03. Mai 2021 um 19:44 Uhr

Titisee-Neustadt

Campingplatzbetreiber im Hochschwarzwald fürchten, dass ihre Gäste abwandern. Zwischen Buchungen und Stornierungen bleibt nur das Prinzip Hoffnung – denn eine schnelle Öffnung ist nicht in Sicht.

Es herrscht das Prinzip Hoffnung bei den Betreibern von Campingplätzen im Hochschwarzwald. "Wir gehen derzeit davon aus, dass wir unseren Platz am 17. Mai wieder öffnen dürfen", sagte Daniela Schweizer, zusammen mit ihren Brüdern Betreiberin und Geschäftsführerin des Campingplatzes Bankenhof am Titisee. "Das wegen der Corona-Pandemie geltende Herbergsverbot ist befristet auf den 16. Mai. Ob das verlängert wird, ist völlig offen."

Das zumindest wäre ein Perspektive für die Gäste und die Campingplatz-Besitzer, meint nicht nur Daniela Schweizer, sondern auch Schluchsees Bürgermeister Jürgen Kaiser, der für den gemeindeeigenen Campingplatz am Stausee verantwortlich ist. "Wir hatten viele Anfragen und Buchungen für Juni und Juli, mussten jetzt aber schon zahlreiche Stornierungen registrieren", sagt Kaiser.

Modellprojekt wurde von Bund abgelehnt

Die Unsicherheit bei den Campingurlaubern sei groß, etliche davon würden nun ihre Ferien statt im Hochschwarzwald in Österreich verbringen wollen. "Die zehn Hochschwarzwaldgemeinden und die HTG haben bei der Landesregierung beantragt, als eine Modellregion Öffnungsstrategien für die Campingplätze und den Tourismus allgemein zu verwirklichen. Doch das sagte Stuttgart nicht nur rigoros ab, sondern bat darum, keine weiteren Nachfragen zu stellen", berichtete der Bürgermeister.

"Buchungsanfragen haben wir vor allem auch für den uns so wichtigen Zeitraum zu Pfingsten", erklärt Daniela Schweizer. Doch noch immer müssten Campinggäste vertröstet werden, weil einfach unklar sei, wann die Plätze wieder geöffnet werden dürfen. "Richtig bitter ist das natürlich auch für unsere Dauercamper", sagt die Geschäftsführerin weiter. Auch diese dürften in Baden-Württemberg, anders als in anderen Bundesländern, nicht in ihren Fahrzeugen urlauben, auch für diese blieben die Schranken zu den Plätzen geschlossen.

An der Ostsee gibt es offene Campingplätze

Ob diese dann tatsächlich Mitte Mai wieder an den Titisee oder Schluchsee kommen dürften, "werden wir wohl wieder erst drei oder vier Tage zuvor erfahren, wenn die entsprechenden Gremien im Land oder vom Bund getagt und Entscheidungen zum Herbergsverbot getroffen haben", meint Daniela Schweizer. Bis dahin bleibt den Campingplatz-Betreibern nichts anderes, als Buchungen und Stornierungen zu verwalten.

Gar keine Buchungsmöglichkeit besteht ganz offensichtlich beim Titiseer Campingplatz Sandbank, wo Interessenten per Telefon nur einen Anrufbeantworter erreichen. "Aufgrund der aktuellen Lage bleibt der Campingplatz geschlossen", erfährt der Gast, derzeit könnten keine Buchungen entgegengenommen werden. Wie an den anderen Campingplätzen auch, weisen zudem einfache Schilder für diejenigen, die spontan den Weg zu den Plätzen gesucht haben, darauf hin, dass der Platz geschlossen ist.

Das ist umso bitterer für die hiesigen Campingplatzbetreiber, weil es an der Ostsee und an der Schlei trotz Corona Öffnungen gibt und die Camper in Scharen dorthin strömen, auch wenn sie rigorosen Corona-Bedingungen mit häufigen Selbsttests unterliegen, weiß Daniela Schweizer. Gerade im Hochschwarzwald mit seinen recht niedrigen Inzidenzen wäre unter ähnlichen Bedingungen ein gleiches Modell doch sicher vorstellbar. Aber nach derzeitigem Stand bleibt eben nur das Prinzip Hoffnung.