Kommentar

Geschwindigkeitsreduzierung sollte nicht zum Selbstzweck werden

Dirk Sattelberger

Von Dirk Sattelberger

Sa, 24. April 2021

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Tempo 30 ist derzeit in aller Munde. Wer an einer Hauptverkehrsstraße wohnt, erhofft sich von einer Geschwindigkeitsreduzierung mehr Ruhe und weniger Lärm. Wer könnte da etwas dagegen einzuwenden haben? Es ist ein Gebot der Rücksichtnahme, an Wohnhäusern und Kindergärten vom Gas zu gehen. Wo das noch nicht gilt wie in den Ortsdurchfahrten in Nieder- und Oberrimsingen, soll es bald Realität werden, wenn sich die Ortschaftsräte und der Gemeinderat Breisach bei den Verkehrsbehörden jetzt durchsetzen. Leidgeprüfte Anwohner sind in den zwei Orten von der Zahl der Autos und Lkw genervt. Um die Akzeptanz bei den Autofahrern zu erhöhen, sollte das Tempolimit aber nur dort eingesetzt werden, wo es nachvollziehbar ist. Das ist in Breisach nicht immer der Fall, etwa in der Josef-Bueb-Straße am Weinfestgelände. Sie ist schnurgerade und breit, kein Wohnhaus und keine Schulen sind in Sichtweite. Ein anderes Beispiel für realitätsferne Planung ist die Straße zwischen Marktplatz und Gutgesellentor: 7 Kilometer pro Stunde gelten dort, jedenfalls in der Theorie. Die Realität ist eine völlig andere, selbst die langsamsten Radfahrer sind schneller unterwegs. Das stört auch niemanden. ... Geschwindigkeitsreduzierung ist richtig, aber nicht überall. Sie sollte nicht zum Selbstzweck werden.