Harmlose Raupen spinnen Bäume ein

Jutta Geiger

Von Jutta Geiger

Sa, 13. Juni 2020

Müllheim

An Obstbäumen, Weiden oder sogar an Bänken sieht man derzeit im Markgräflerland das Werk der Raupen der Gespinstmotte.

. Derzeit stößt man immer wieder bei Spaziergängen auf Bäume, die komplett von der Krone bis zum Stamm eingesponnen sind in ein weißes Netz. Es erinnert an die Verhüllungskünste von Christo, lässt an Gespenster denken oder eine Spinnenkolonie, etwa als Überbleibsel von Halloween. Verantwortlich für die eingesponnenen Bäume ist jedoch die Raupe der Gespinstmotte.

"Die ist völlig ungefährlich", erklärt Nabu-Mitglied und Baumspezialist Ulrich Pfefferer, auch wenn die Raupen an den Eichenprozessionsspinner erinnern, dessen Brenn-Haare zu Hautausschlägen führen können. Die Gespinstmotte befällt am häufigsten Traubenkirschen, Pfaffenhütchen und Weiden, kommt aber auch auf Weißdorn und Pappeln und gelegentlich auf Obstbäumen vor. Irrtümlicherweise werden von den Raupen manchmal auch Zaunpfosten, Bänke oder hölzerne Spielgeräte eingesponnen. Die Falter legen ihre Eier in Bäumen ab, dort überwintern sie, und sobald sich die ersten Blätter entwickeln, schlüpfen die Larven. Die Raupe frisst den gesamten Baum kahl und schützt sich durch das Gespinst vor ihren Feinden. Blickt man in das Gespinst hinein, erkennt man unzählige kleine Raupen mit schwarzen Köpfen und schwarzen Punkten seitlich. Auch der fertige Falter ist nachher hellgrundig und trägt schwarze Punkte.

Baumspezialist Pfefferer beobachtete letztes Jahr einen Baum, der komplett eingesponnen wurde, wohingegen dieser in diesem Jahr keinen Befall zeigt. Welche Bedingungen dazu führen, dass der Befall auftritt oder ausbleibt, kann er nicht sagen. Regen und Wind haben das Gespinst entfernt, dieses Jahr steht der Baum grün und gesund da, ohne dass ihm der Kahlfraß geschadet hat. Von daher rät Pfefferer dazu, abzuwarten, selbst wenn das Phänomen im eigenen Garten auftritt. Die Raupe schadet weder Kindern noch Erwachsenen.