Der Patient ist kein Neutrum

xmrr

Von xmrr

Mo, 19. Januar 2015

Gesundheit & Ernährung

BZ-INTERVIEW:Eine Gender-Medizinerin über die wichtigen Unterschiede zwischen Mann und Frau im Krankenbett.

Jeder Patient, so wird in Deutschland stets beteuert, wird hierzulande gleichbehandelt. Aber kann man Männer und Frauen in der Medizin wirklich in einen Topf werfen? Oder bringt es auch gefährliche Nebenwirkungen mit sich, wenn der Arzt zwischen Mann und Frau keinen Unterschied macht? Jasmin Andresh fragte die Gender-Medizinerin Vera Regitz-Zagrosek.

BZ: Frau Regitz-Zagrosek, in der Medizin ist in Alltag und Klinik häufig nur von "dem Patienten" die Rede. Kann man Mann und Frau wirklich derart über einen Kamm scheren?
Regitz-Zagrosek: Die alten Lehrbücher hatten die Tendenz, den Menschen als Neutrum darzustellen. Dieses Neutrum hatte aber sehr viele männliche Züge. Das versuchen wir, im Moment zu korrigieren. Wir denken, dass sich Patientinnen und Patienten bei vielen Erkrankungen signifikant voneinander unterscheiden.

BZ: Warum ist eine unterschiedliche Behandlung von Männern und Frauen notwendig?
Regitz-Zagrosek: Bei den Erkrankungen unterscheiden sich die Geschlechter in der Häufigkeit, den Symptomen und dem Verlauf – das alles liegt vor allem am unterschiedlichen Stoffwechsel. Welche Stoffe zu welchen Anteilen im Körper produziert werden, bestimmt unsere Erbinformation. Auf den sogenannten Geschlechtschromosomen ist vorgegeben, dass Mann und Frau zum Beispiel unterschiedliche Anteile der verschiedenen Hormone produzieren, und die spielen in allen Körperzellen eine Rolle. Daher wirken viele Medikamente bei Mann und Frau unterschiedlich. Auch der Einfluss von Risikofaktoren ist nicht gleich. Frauen reagieren zum Beispiel empfindlicher auf die schädlichen Wirkungen von Nikotin oder auf erhöhte Blutzuckerwerte.

BZ: Aber dass es diese Unterschiede gibt, ist doch ...

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