Gigantismus und Missgunst am Golf

Martin Gehlen und Rolf Obertreis

Von Martin Gehlen & Rolf Obertreis

Sa, 10. Juni 2017

Wirtschaft

Katar wurde mit Öl und Gas reich / Der Staatsfonds ist 335 Milliarden Dollar schwer / Nun sieht sich die Wirtschaftsmacht einer Blockade durch die Nachbarn ausgesetzt.

DOHA/FRANKFURT. Geografisch ein Zwerg, ist Katar zu einer der größten Wirtschaftsmächte am Persischen Golf aufgestiegen. Auch deshalb hat sich das Emirat die Missgunst der Nachbarn zugezogen. Seit Anfang der Woche sind alle Lebensadern zu Land, zu Wasser und zu Luft gekappt oder empfindlich gestört. Die Herrscherfamilie gibt sich kämpferisch, aber es ist unklar, wie lange Katar die Krise politisch und ökonomisch durchhalten kann.

Während Emir Tamim bin Hamad Al Thani hinter verschlossenen Türen mit den Mächtigen rund um den Globus telefoniert, gibt sich Katars Außenminister öffentlich kämpferisch. "Wir werden nicht kapitulieren, niemand wird uns brechen", erklärte er in seinem ersten Interview seit Ausbruch der Krise am Golf. Niemand habe das Recht, sich in die Außenpolitik Katars einzumischen. "Wir können ewig überleben", deklamierte Scheich Mohammed Al Thani, der am Freitag nach Deutschland reiste und von dort weiter nach Moskau. Ausdrücklich warnte er die feindseligen Nachbarn auf der arabischen Halbinsel, den Konflikt mit militärischer Gewalt zu lösen, ein Tenor, den nach dem Treffen der beiden auch der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel anschlug.
Seit Anfang der Woche sind alle Wege nach außen gekappt oder gestört. Ein Drittel seiner Lebensmittel bezog der Zwergstaat über die einzige Straßenverbindung nach draußen mit Saudi-Arabien, die anderen zwei Drittel über den Seeweg. In den Supermärkten von Doha löste die Blockade Hamsterkäufe aus. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt.
Die Bevölkerung werde nicht leiden, verkündete die Führung, denn das Land besitze eine strategische Lebensmittelreserve von zwölf Monaten. Der Druck auf Katar wächst aber, je länger die ...

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