Nach Abschied

Ginter kritisiert Borussia Mönchengladbach für Transfer-Verhalten

dpa, bz

Von dpa & BZ-Redaktion

Do, 12. Mai 2022 um 13:27 Uhr

SC Freiburg

Nationalspieler Matthias Ginter hat Borussia Mönchengladbach für den Umgang mit ihm kritisiert. Der zukünftige SC-Spieler nimmt damit die Vereinsverantwortlichen für seinen Transfer in die Pflicht.

Bereits am Dienstag erschien die neue Folge des Fan-Podcast "MitGeredet", in der ein prominenter Spieler zu Gast war: Matthias Ginter. Während diese Folge schon im neuen SC-Newsblog der BZ aufgrund ihres sachlichen und einordnenden Charakters empfohlen wurde, erfahren nun einige Aussagen eine gewisse Brisanz im öffentlichen Diskurs.

Widersprüchliche Aussagen

Der 28-Jährige berichtete im Podcast von einem Gespräch mit seinem Berater im vergangenen Sommer. Während Ginter bis dahin vom damaligen Gladbacher Sportchef Max Eberl Signale bekomme habe, dass der Verein den nach dieser Saison auslaufenden Vertrag mit dem Verteidiger verlängern wolle, habe der Berater nun berichtet, dass für Max Eberl und den Verein die Ideallösung wäre, ihn zu verkaufen. "Das war für mich schon sehr bitter und hart. Da ist etwas kaputt gegangen. Weil ich das Gefühl hatte, dass wir zusammen etwas aufbauen wollten."

Ginter kehrt nach der aktuellen Spielzeit vom Fußball-Bundesligisten vom Niederrhein zu seinem Ausbildungsverein SC Freiburg zurück.

Über die Geschehnisse in Gladbach sagte Ginter: "Im Oktober kam es dann doch zu einem Vertragsangebot. Max kam auf meinen Berater zu, der zuerst gedacht hat, es sei ein Scherz. Das war ein Alibi-Angebot, um nachher zu sagen: "Wir haben ihm ein Angebot gemacht!"" Ginter ergänzte: "Es wurden ja dann Summen kolportiert um die vier Millionen oder dass ich zu viel gefordert habe. Ich kann da alle beruhigen. Ich habe aber zu meinem Berater gesagt: "Egal wie die Summe ist, das Ding ist durch. Da brauchen wir nicht mehr zu sprechen, weil es so enttäuschend war wie das abgelaufen ist im Sommer.""

Hoffnung auf friedvollen Abgang

Dennoch betont Ginter, dass er nicht im Konflikt mit dem Verein und den Fans auseinandergehen wolle. Gerade das letzte Jahr und speziell diese Saison seien auch sportlich hart und nicht immer einfach gewesen. Trotzdem möchte er die vorherigen vier – überaus erfolgreichen – Jahre herausstellen, in denen er sich mit dem Verein, der Mannschaft und auch mit den Borussia-Fans verstanden und identifiziert habe.

Gerade letztere haben seinen früh feststehenden Abgang nicht sonderlich erfreut aufgenommen, in Fankreisen hatte er mittlerweile gar das Image eines Söldners. Sein konstruktives Interview im Podcast hat hier bei vielen ein Umdenken erreicht, wie auch in den Reaktionen in den sozialen Medien erkennbar ist.

Die Zeichen standen jedoch eben früh auf Abschied. In Deutschland habe es laut Ginter "drei bis vier Vereine" gegeben, die für einen Transfer infrage gekommen wären. Mit Freiburg habe er das beste Gefühl gehabt. "Die sportliche Rolle für mich, der Trainer, das Umfeld, die Fans. Wenn wir ehrlich sind, hat das in Freiburg einfach zu 100 Prozent gepasst", sagte er. "Zumal noch dieses Heimatgefühl dazu kam."