Gottenheims Kriegerdenkmal

Stumme Zeugen blutiger Dramen

Manfred Frietsch

Von Manfred Frietsch

Fr, 06. November 2015 um 18:27 Uhr

Gottenheim

Sie stehen in jedem Ort: Mahnmale, die an die Gefallenen und Opfer der beiden Weltkriege erinnern. Meist bleiben sie unbeachtet. Im November aber, dem Monat des Gedenkens, tauchen sie in unserer Wahrnehmung auf. Die BZ stellt 100 Jahre nach den Schrecken des Ersten und 75 Jahre nach den noch größeren des Zweiten Weltkrieges diese Mahnmale vor.

Gleich welchen Weg man wählt, um das Kriegerdenkmal in Gottenheim zu erreichen, es geht bergauf. Bis vor die Kirche, die hier, am Hang des Tunibergs, über dem alten Dorfkern errichtet wurde. Die Schauseite des in den 50er Jahren errichteten Denkmals, mit der in den wuchtigen, mannshohen Sockel eingelassenen Namenstafel der Kriegstoten, blickt direkt zum Turm und Eingang der Kirche – und damit zum Schauplatz einer Kriegstragödie, welche die ältesten Gottenheimer noch kennen. So wie der 81-jährige Richard Hunn. Er weiß noch, wie er den verhängnisvollen 24. Februar 1945 erlebt hat – und überlebt.

An diesem Tag war Gottenheim Ziel eines Luftangriffs. Er galt einer Funkstation der Wehrmacht, die im Kirchturm eingerichtet, zum Zeitpunkt des Angriffs aber schon geräumt worden war. Die Fliegerbomben landeten einen Volltreffer und zerschmetterten den Turm bis in seine Fundamente. Auch einige Häuser wurden getroffen und teilweise ganz zerstört.

Am schlimmsten aber wog der Verlust von 13 Menschenleben, darunter fünf Kinder. Sie hatten an diesem sonnigen Nachmittag in der Nähe der Kirche und in den Dorfgassen gespielt, zusammen mit anderen Kindern, ...

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