Schulsozialarbeit wird gestärkt

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Do, 12. März 2020

Grenzach-Wyhlen

Gemeinde erhält eine halbe Stelle mehr für alle Schulen.

GRENZACH-WYHLEN. Etwa 1500 Schüler besuchen die Schulen in der Gemeinde. Drei Schulsozialarbeiter teilen sich bislang 200 Stellenprozente, um sich um die Anliegen aller Schüler zu kümmern. Immer wieder wurde Kritik laut, dass das zu wenig ist. Die Mitglieder des Hauptausschusses haben nun beschlossen, die Schulsozialarbeit mit weiteren 50 Prozent ab dem kommenden Schuljahr auszubauen.

Seit 2012 wurden die Strukturen in der Schulsozialarbeit aufgebaut, zunächst an der Bärenfelsschule, ab 2017 am Schulzentrum und seit September 2019 auch an der Lindenschule. Die drei Schulsozialarbeiter sind mit 200 Prozent Stellenanteilen bei der Dieter-Kaltenbach-Stiftung beschäftigt. Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrung mit der Schulsozialarbeit möchte die Verwaltung in Kooperation die Schulsozialarbeit um 50 Prozent aufstocken. Die Aufstockung ist bereits im Haushaltsplan 2020 berücksichtigt. Mit 100 Prozent ist Schulsozialarbeiter Wolfgang Hüttermann am Schulzentrum von Realschule und Lise-Meitner-Gymnasium mit knapp 900 Schülern und 82 Lehrern tätig. Im vergangenen Schuljahr führte er mit 66 Schülern 134 Einzelgespräche, beriet 27 Eltern und 21 Lehrkräfte, teils über längere Zeiträume. Zehnmal hat er in Klassen ein zweitägiges Sozialtraining durchgeführt. In den drei Jahren seiner Tätigkeit wurde das Sozialtraining in zehn Klasse des LMG und 16 Klassen der Realschule durchgeführt. "Das Sozialtraining ist so wichtig, dass wir es seit diesem Schuljahr standardmäßig in den fünften Klassen machen", sagte Hüttermann. Vor allem die Gesprächs- und Rückmeldekultur unter den Schülern verbessere sich. An der Bärenfelsschule unterrichten 21 Lehrkräfte und eine pädagogische Assistentin 282 Schüler.

Konzept mit Dieter-Kaltenbach-Stiftung

Von Januar bis Juli 2019 leistete Schulsozialarbeiterin Inessa Kiosseoglou 130 Termine in der Einzelfall- und Konflikthilfe für Schüler. Die vom Vorgänger übernommene Streitschlichterausbildung von zehn Schülern führte die 50-Prozent-Kraft noch zu Ende, musste das Programm im neuen Schuljahr wegen der hohen Anzahl an Einzelfallhilfen aber einstellen. Aufgrund der Terminfülle kommt es mitunter zu einwöchigen Wartezeiten bei akuten Fällen. Eine 50-Prozent-Stelle reicht nach Meinung Kiosseoglous für die Bärenfelsschule nicht aus. Sie würde gerne nachhaltiger arbeiten und möchte an der Schule ein Konzept für die Schulsozialarbeit einbringen. Seit einem halben Jahr ist Schulsozialarbeiterin Ninon Rößler Ansprechpartnerin für die 284 Grundschüler und 20 Lehrer der Lindenschule und hat seither 95 Termine in der Einzellfall- und Konflikthilfe bewältigt. Mit einer dritten Klasse hat sie ein Sozialtraining durchgeführt. Die Einzelfallhilfe hat sie bisher stark ausgelastet. Sie hält die Einrichtung einer "pädagogischen Insel" als festes Ruheraum-Angebot für Kinder, die eine Pause vom Schulalltag brauchen, für notwendig. Als Theaterpädagogin möchte sie auch ein entsprechendes Angebot in den Klassen machen. Durch die Zusammenarbeit beim Theaterspiel werde auch der Zusammenhalt gestärkt. Mit 50 Prozent sei es nicht einfach, dass alles unter einen Hut zu bekommen, meinte Rößler. Laut Hauptamtsleiterin Karin Schöttler soll mit der Stellenerhöhung auch ein Konzept in Kooperation mit der Dieter-Kaltenbach-Stiftung erstellt werden, damit von der Aufstockung alle Schulen profitieren. Für 2020 sind im Haushalt 67 600 Euro für die Schulsozialarbeit eingestellt, ab 2021 wird mit 73 750 geplant.