Grenzenloses Mosaik der Hoffnung

Erika Sieberts

Von Erika Sieberts

Di, 01. September 2020

Offenburg

Der Offenburger Fotograf Wilfried Beege beteiligt sich an Kunstaktion auf dem Kleberplatz.

. Es ist eine Wiederbelebung nach dem Lockdown: Mit Porträts auf dem Kleberplatz findet wieder eine deutsch-französische Kulturveranstaltung statt, wenn auch zunächst nur auf dem Papier. "Mosaique de l’Espoir – Mosaik der Hoffnung" nennt der Künstler und Fotograf, Christoph de Barry, sein Projekt, bei dem er mehr als 500 Menschen porträtiert und deren Konterfei auf dem Asphalt fixieren will. Wie ein Schachbrett wird es aussehen, wenn die quadratischen Schwarz-Weiß-Fotografien im Wechsel mit leeren Flächen auf etwa 1000 Quadratmeter Bodenfläche angebracht sind. Die Porträtierten tragen Mund-Nase-Masken, auf die sie etwas geschrieben haben: eine Nachricht, die Hoffnung geben soll.

Zunächst als rein französisches Projekt geplant, hat sich der Ortenauer Fotograf Wilfried Beege, genannt "BeeGee" eingeklinkt und liefert seinerseits 29 Gesichter mit Masken. "Schutz – auch für Geflüchtete" hat Beegee auf seine eigene Maske geschrieben, "singen" eine andere Teilnehmerin, "Liebe" und "Würde" hören sich hoffnungsvoll an. "Nein" klingt weniger hoffnungsfroh. Andere zeichnen eine Friedenstaube, einen raffinierten Schnurrbart oder lassen sich zu zweit mit dem Motto "Solidarity" ablichten. Eingeladen wurden die Teilnehmerinnen per Facebook zu einem bestimmten Termin in das "forumPhoto" Am Unteren Mühlbach in Offenburg.

Wilfried Beege, beim BZ-Gespräch verreist, sagt am Telefon: "Ich kannte Christoph de Barry nicht. Ich hörte nur, dass der Sohn einer Freundin meiner Mutter Fotograf in Straßburg sein soll und ein Projekt plane. Da wurde ich hellhörig und habe in bisschen recherchiert."

"Es war ein Experiment außerhalb der Norm"

Es habe ihn sofort gereizt, nach dem Lockdown wieder über die Grenze zu gehen. "Ich habe den Kollegen angerufen und gefragt, warum die Deutschen nicht dabei sind", sagt Beege. Dieser habe seinen Vorschlag, das Projekt zu unterstützten begeistert aufgegriffen, und nun sind 29 Deutsche mit dabei auf dem Kleberplatz. Weil die Corona-Krise geschlossene Grenzen zur Folge hatte, sei eine deutsch-französische Aktion wieder besonders wertvoll.

"Während der zwei Monate der Isolation haben wir alles erlebt", schreibt Christoph de Barry auf seiner Webseite. "Es war ein Experiment außerhalb der Norm, überraschend und traumatisierend zugleich." Nach dem "Confinement", wie die Ausgangssperre auf französisch heißt, sei die Welt weit entfernt von der Normalität. "Die Krise verfestig sich, die Welt verändert sich", so de Barry. Jetzt komme es zur finanziellen und sozialen Krise, aber trotz allem sollten wir versuchen, eine bessere Welt zu schaffen, das Wesentliche zu finden. De Barry: "Die Hoffnung treibt uns." Das Projekt sei umweltgerecht, so der Erfinder. Kleber und Papier recycel- und leicht ablösbar. Zu sehen ab dem 4. oder 11. September auf der Place Kléber in Straßburg. Der genaue Termin und die Dauer der Aktion sind noch nicht fix.

Weitere Informationen unter: https://www.christophdebarry.fr/ mosaique-de-lespoir/