Umfrage

Große Mehrheit fürchtet persönlich negative Folgen durch Corona-Krise

Christopher Ziedler

Von Christopher Ziedler

Do, 25. Juni 2020 um 21:24 Uhr

Deutschland

Das Vertrauen der Bevölkerung in die Krisenmanager der Regierung ist ungebrochen hoch. Zugleich fürchten fast drei Viertel der Bürger, dass die Corona-Krise für sie persönlich negative Folgen haben wird.

Eine große Mehrheit der Bundesbürger fürchtet, dass die Corona-Krise für sie persönlich negative Folgen haben wird. Zugleich ist das Vertrauen in die Krisenmanager ungebrochen hoch. Das geht aus neuen Umfragedaten der Konrad-Adenauer-Stiftung hervor, die der BZ vorliegen. Die Stiftung lässt wöchentlich die Stimmungslage in Bezug auf Corona abfragen.

"Nach einer längeren Zeit der Zuversicht steigen die Sorgen um die persönlichen Auswirkungen wieder erheblich an", heißt es in dem Krisenbarometer. 71 Prozent der Befragten hat demnach mäßige bis große Angst davor, dass die negativen Auswirkungen der Pandemie sie selbst treffen werden. Das ist ein klarer Anstieg gegenüber den 53 Prozent, die Ende Mai gemessen wurden, und der bisher zweithöchste Wert seit März.

11 Prozent gehen die Maßnahmen nicht weit genug

Ungebrochen ist das Interesse an Informationen rund um den Verlauf der Pandemie und deren Bekämpfung. "68 Prozent verfolgen bis zu fünfmal täglich Nachrichten zur Corona-Krise, weitere zwölf Prozent sogar mehr als fünfmal", schreiben die Autoren des Meinungsforschungsinstituts USUMA. Der Anteil derer, die sich nicht täglich informieren, ist demnach von 29 auf zwölf Prozent gesunken.

Die Maßnahmen, die im Kampf gegen das Virus ergriffen worden sind und immer noch werden, stoßen auf ein weit überwiegend positives Echo. Fast drei Viertel der Bürger (74 Prozent) halten die von der Bundesregierung wie den Landesregierungen ergriffenen Maßnahmen für angemessen, acht Prozent gehen sie zu weit, elf Prozent nicht weit genug.

"Wenn das so weitergeht, sehe ich schwarz für Deutschland." 16 Prozent der Befragten
76 Prozent der Bürger vertrauen der Umfrage zufolge der Bundesregierung, 73 ihrer jeweiligen Landesregierung. Beide Werte sind in den vergangenen drei Monaten zwischen 60 und 80 Prozent geschwankt. Auffällig ist das wieder gestiegene Zutrauen in die Lösungskompetenz der EU. Lag es Anfang April, in der Phase der Grenzschließungen und anderer nationaler Alleingänge bei der Krisenbekämpfung, lediglich bei 34 Prozent, ist es mittlerweile, kurz vor Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, bei 61 Prozent.

Trotz der Zukunftssorgen spricht auch ein verbreiteter Optimismus aus den Umfragewerten. 78 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass Deutschland künftige Herausforderungen meistern kann. 16 Prozent stimmen folgender Aussage zu: "Wenn das so weitergeht, sehe ich schwarz für Deutschland."