Großer Aufwand für die Wasserversorgung

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Sa, 26. Oktober 2019

Dachsberg

Die Funktionsweise des Hochbehälter in Wolpadingen erläuterte der Wassermeister dem Dachsberger Gemeinderat.

DACHSBERG. Der Dachsberger Gemeinderat setzte seine Reihe von Begehungen vor der jeweiligen Sitzung fort mit der Besichtigung des Hochbehälters Wolpadingen. Wassermeister Herbert Behringer erläuterte die Entstehungsgeschichte der heutigen Wasserversorgung sowie deren Funktionsweise. Heute ist Dachsberg an die Gruppenwasserversorgung Höchenschwander Berg angeschlossen, die jederzeit bei Bedarf zugeschaltet werden kann, was in den Sommern 2018 und 2019 auch teilweise geschehen ist.

Ende der 1950er Jahre wurde die Wasserversorgung mit sechs eigenständigen Hochbehältern aufgebaut, Seit den 70ern zeigte die Bilanz, dass dieses System angesichts steigenden Verbrauchs nicht mehr lange ausreichen würde. In den 80er Jahren begannen dann Probleme der Wasserversorgung in Urberg aufzutreten. Beauftragte Geologen konnten keine weiteren Quellen ausfindig machen, so dass verschiedene Überlegungen diskutiert wurden, etwa die Versorgung von Ibach her über Ruchenschwand oder von St. Blasien her nach Urberg. Diese Lösungsansätze wurden indes wieder verworfen zugunsten eines eigenen Konzeptes unter Nutzung der vorhandenen Behälter mit dem Ziel der Verbindung aller Ortsteile ohne großen Pumpaufwand. Nach und nach wurden Verbindungsleitungen in einer Länge von insgesamt 14 Kilometern gelegt. Das gesamte System wird heute per Computer niveauabhängig gesteuert, was bedeutet, dass bei überdurchschnittlicher Entnahme an einer Stelle automatisch für Nachschub aus einem anderen Hochbehälter gesorgt wird. Störungen können auftreten an der Steuerung durch Gewitter oder bei der Entkeimung durch Starkregen.

Das Wasser kommt aus der Quelle zunächst in die Brunnstube, von dort in den Hochbehälter. Dort findet die Entsäuerung statt, indem das Wasser durch ein Granulat aus Jurakalk geleitet und so von dem natürlichen PH-Wert des Quellwassers zwischen 5,8 und 6,3 auf den in der Trinkwasserverordnung festgelegten zwischen 7,5 und 9,5 angehoben wird. Anschließend sorgt die UV-Anlage für die Entkeimung, bei Starkregen nach einer Trockenperiode kann es aber vorkommen, dass Ablagerungen aus der Trockenphase mit dem vermehrten Wasserfluss mitgeschwemmt werden und so eine Trübung entsteht, die automatisch zur Abschaltung der UV-Anlage führt, da aufgrund der Trübung die Entkeimung nicht mehr eindeutig sichergestellt werden kann. Dann wird das Wasser so lange aus der Wasserversorgung abgeleitet, bis die Trübung wieder nachgelassen hat.