Gefahrenlage

Großer Felsbrocken stürzt im Wehratal auf die Straße

Gerd Leutenecker, Annemarie Rösch

Von Gerd Leutenecker & Annemarie Rösch

Fr, 23. September 2022 um 15:34 Uhr

Wehr

Ein großer Felsbrocken ist im Wehratal auf die Straße gestürzt. Das Landratsamt Waldshut ließ die Strecke zwischen Wehr und Todtmoos sperren. Geologen untersuchen die Gefahrenlage.

Wieder ist das Wehratal gesperrt: Ein großer Felsbrocken ist auf die Landesstraße 148 zwischen Wehr und Todtmoos gestürzt. Das teilte das Landratsamt Waldshut am Freitag mit. Geschädigt wurde niemand. Wann die Straße geöffnet wird, konnte Susanna Heim, Pressesprecherin des Landratsamts, noch nicht genau sagen. Vorsorglich solle sie auf alle Fälle bis Montag zubleiben.

Umgehende Sperrung

Der Felssturz hatte sich am Freitagmorgen einen Kilometer nach dem Straßentunnel hinter dem Unterbecken des Schluchseewerks ereignet. Wie Polizeisprecher Mathias Albicker berichtete, traf die Nachricht gegen 9.30 Uhr bei der Polizei ein. Ein Baggerfahrer, der zufällig vorbeigekommen sei, habe die Felsbrocken auf die Seite geschoben. Das zuständige Landratsamt Waldshut leitete umgehend die Sperrung ein. Der Verkehr wurde aus dem Wehratal ausgeleitet.

Zwei Geologen vom Landesamt für Geologie haben am Freitag gegen 13 Uhr den Felsen, der in mehrere Teile zersprungen war, in Augenschein genommen. Der stattliche Felsbrocken hatte sich von einem Felsvorsprungs gelöst. Mehrere Male schlug er an der Felswand auf. Die Landesstraße 148 weist drei Einschlagstellen auf. Nach Stand von Freitag ist unklar, ob mit weiteren Felsabgängen zu rechnen ist. Das prüfen nun die Geologen. Bis das klar ist, bleibt die Straße vorsorglich gesperrt – voraussichtlich bis Montag. Der Verkehr wird großräumig umgeleitet. "Die Abklärung wird aber ihre Zeit brauchen", meint Susanna Heim.

Bereits zu Jahresbeginn war das Wehratal gesperrt

Bereits zu Beginn dieses Jahres war das Wehratal für mehrere Monate gesperrt – was für Unmut bei der Bevölkerung sorgte, die deshalb große Umwege auf sich nehmen musste. Damals war ein 2,5 Kilometer langes Teilstück der L148 betroffen, das auf Gemarkung des Landkreises Lörrach liegt. Kleine Felsen waren zuvor auf die Fahrbahn gefallen. Geologen hatten dann festgestellt, dass Felsen in 80 Meter Höhe brüchig sind und ebenfalls auf die Fahrbahn stürzen könnten. Sie mussten heruntergeholt werden. Im Dezember wurde die Strecke gesperrt. Auch aufgrund der kalten Witterung, die die Felsarbeiten erschwerte, blieb das Wehratal bis Anfang März zu.

Wie gefährlich die Lage im Wehratal sein kann, zeigt ein Ereignis aus dem Jahr 1975: Damals war ein Bürger aus Wehr auf der Strecke nach Todtmoos von einem herunterstürzenden Felsbrocken getötet worden.