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Gruslig, dieser Keller

  • Linnea Mundorf & Pauline Juan

  • Sa, 15. Juni 2024
    Neues für Kinder

     

Im Dunkeln herumlaufen und unter das Bett schauen, ins trübe Wasser tauchen... All das sind Dinge, die dir vielleicht Angst machen. Aber sind sie wirklich gefährlich?.

Allein in den Keller gehen? Toni traut sich.  | Foto: frenta (stock.adobe.com)
Allein in den Keller gehen? Toni traut sich. Foto: frenta (stock.adobe.com)
Wenn ihr Papa Toni fragt, ob sie etwas aus dem Keller holen kann, dann zieht sich in ihrem Bauch alles zusammen. Sie macht das nicht gern allein. Eigentlich geht sie nur mit ihrer Mama oder ihrem Papa die Treppe herunter. Da unten ist es immer kalt und dunkel. Das Licht kann man erst anmachen, wenn man die schwere Kellertüre geöffnet und ein paar Schritte in die Dunkelheit gemacht hat. Ohne Licht sieht der Kleiderständer in der Ecke immer aus wie ein alter, buckliger Mann, der Toni fies aus der Ecke anstarrt. Wenn das Licht an ist, sieht man Spinnen an der Decke baumeln. Auf dem Boden wuseln Kellerasseln. Das ist unheimlich.

Aber denk mal drüber nach: Der Keller ist Teil deines Zuhauses, wie dein Zimmer oder das Wohnzimmer. Er ist genauso sicher wie alle anderen Räume. Er gehört zu deiner Familie und nicht zu irgendeinem Monster. Manche Gruselgeschichten wollen dir Angst machen, aber Monster im Keller gibt es nur im Märchen. Und wenn du nachschauen gehen willst, trau dich! Mach ein paar Schritte zum Lichtschalter und schon sieht alles gar nicht so bedrohlich aus.

Nimm dir die Zeit, dich umzuschauen. Denn im Keller befinden sich oft kleine Familienschätze. Vielleicht findest du ein paar Spiele von dir, alte Möbel oder Familienfotos. Wenn du jetzt immer noch Angst hast, erinnere dich daran, dass du stark und mutig bist. Du hast schon viele Dinge alleine geschafft. Der Keller ist nur ein weiterer Raum, den du erkunden kannst.

Heute traut sich Toni. Das hat sie jetzt beschlossen! Wenn sie darüber nachdenkt, weiß sie, dass sie schon viele Male mit Mama und Papa im Keller war und nichts ist passiert. Die kalte Kellertreppe ist trotzdem nicht besonders einladend. Toni geht ganz langsam, Schritt für Schritt, die Stufen herunter. Als sie auf der letzten Stufe ist, hält sie die Luft an und kneift die Augen zu. So sieht man gar nicht, wie unheimlich es ist. Die drei Schritte bis zum Lichtschalter sind am schlimmsten, aber Toni schafft es. Licht an – ausatmen!

Sie lässt die Schultern fallen und schaut sich um. Es ist alles wie immer. Eine große Spinne sitzt an der Decke und verkriecht sich vor dem Licht. Jetzt muss Toni grinsen. Es fühlt sich nicht mehr so schlimm an, alleine im Keller zu sein.

Es ist völlig normal, Angst zu empfinden, auch Erwachsene haben Angst. Angstgefühle können uns helfen, vorsichtig zu sein und auf uns aufzupassen. Und sich zu fürchten bedeutet nicht, dass du nicht mutig bist. Mutig sein bedeutet, dass man Dinge trotz der Angst tut. Am wichtigsten ist, das Risiko richtig einschätzen zu können. Es gibt einen Unterschied zwischen echten Gefahren und Dingen, die nur ein bisschen unheimlich wirken. Zum Beispiel ist es wichtig, vorsichtig zu sein, wenn man eine Straße überquert, aber der Keller ist nicht gefährlich, auch wenn es dort stockdunkel ist.

Ein Tipp: Übung hilft dir, sicherer zu werden. Je öfter du das, was dir Angst macht, ausprobierst und schaffst, desto weniger beängstigend wird es.

Ressort: Neues für Kinder

  • Artikel im Layout der gedruckten BZ vom Sa, 15. Juni 2024: PDF-Version herunterladen

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