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Gundelfingen

30.000-Euro-Fund: Freiburgerin lädt Kinder in Europa Park ein

Max Schuler
  • Do, 02. Februar 2017, 17:47 Uhr
    Gundelfingen

     

Schüler fanden vergangenes Jahr 30.000 Euro in Gundelfingen auf der Straße und brachten sie der Polizei. Der Geldbesitzer zeigte sich aus Sicht einer Freiburgerin wenig spendabel – darum hat sie die Kinder in den Freizeitpark eingeladen.

Miriam  Mack (Dritte von links) begrüß...von der Freiburgerin Angelika Wernet.   | Foto: Europa Park
Miriam Mack (Dritte von links) begrüßte die Schüler im Europa- Park. Sie kamen auf Einladung von der Freiburgerin Angelika Wernet. Foto: Europa Park
Die 30.000-Euro-Kinder haben im vergangenen Jahr für viel Furore in Gundelfingen und Umgebung gesorgt. Weil sie einen Haufen Geldbündel auf der Straße fanden und der Polizei brachten, ernteten die Schüler von vielen Seiten Lob und Anerkennung. Eine Frau aus Freiburg fand die Aktion so toll, dass sie Anfang des Jahres alle Kinder in den Europa Park eingeladen hat. Dies auch deshalb, weil der Besitzer des Geldes sich damals nicht all zu spendabel zeigte. Einen Teil ihres Finderlohns haben die Schüler inzwischen an den Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg gespendet.

"Ich fand es ziemlich schäbig" Angelika Wernet
Die Freiburgerin Angelika Wernet war wütend, wie sie am Telefon erzählt: "Ich fand es ziemlich schäbig, wie der Besitzer des Geldes, die Kinder damals abgespeist hat, nachdem er seine verlorenen Scheine zurückbekam." Zwar habe er den gesetzlichen Finderlohn in Höhe von 910 Euro bezahlt, der durch fünf geteilt wurde.

Doch den habe er ohnehin zahlen müssen. Der eigentliche Dank bemesse sich in dem, was man freiwillig dazu packt, sagt Wernet. Die Kinder hatten zusätzlich je eine Schachtel Schokolade und einen knappen Dankesbrief erhalten. Für Wernet war das eindeutig zu wenig.

Kinder spenden Teil des Finderlohns

Wie jetzt bekannt wurde, hat sie zu Weihnachten allen Kindern eine Karte geschrieben und sie für ihr vorbildliches Verhalten gelobt. "Ich finde es toll, dass es solche ehrlichen Kinder gibt", sagt Wernet. Aus diesem Grund hat sie die zwölf- bis dreizehnjährigen Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in den Freizeitpark eingeladen. Mit dem Einverständnis der Eltern sind Joschua, Luis, Lena, Emma und Julius zusammen mit Angelika Wernet im Taxi nach Rust gefahren. "Wir hatten wirklich einen sehr schönen Tag", sagt die Freiburgerin.

Da die Gruppe keinen Eintritt zahlen musste, machte Wernet den Kindern den Vorschlag, dass alle eine kleine Spende geben sollten. Sie selbst steckte 100 Euro in den Umschlag. Die Kinder steuerten von ihrem Finderlohn nochmal 250 Euro hinzu. Das Geld wurde Miriam Mack überreicht und soll dem Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg zugutekommen.

Mutter fand die Aktion ganz rührend

Die Mutter von Luis fand die Aktion der Freiburgerin ganz rührend. Wernet war allerdings nicht die einzige Person, die sich bei den Familien meldete, nachdem die Geschichte des Geldfundes in der Öffentlichkeit bekannt wurde. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv, sagt die Mutter.

Am 23. November im vergangenen Jahr hatten die fünf Kinder auf dem Weg in die Schule, die 30.000 Euro auf der Straße liegen sehen – obwohl davor schon einige an den Geldbündeln vorbeigeradelt waren. Nachdem sie die Scheine für echt befunden hatten, brachten Sie das Geld auf den Polizeiposten in Gundelfingen. Der Polizist stellte ihnen damals sogar ein Entschuldigungsschreiben aus, weil sie die ersten Schulstunden verpasst hatten. Zunächst war unklar, wem das Geld gehörte. Dann meldete sich ein 47-jähriger Mann auf dem Polizeiposten, dem das Geld zweifelsfrei zugeordnet werden konnte.

Hätte sich ein halbes Jahr lang kein Besitzer auf dem Fundbüro der Gemeinde gemeldet, wäre das ganze Geld an die Finder übergegangen.

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Ressort: Gundelfingen

  • Artikel im Layout der gedruckten BZ vom Fr, 03. Februar 2017: PDF-Version herunterladen

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