Jazzclub-Atmosphäre im Rathausfoyer

Hildegard Karig

Von Hildegard Karig

Mi, 22. Mai 2019

Gundelfingen

Auf Einladung des Gundelfinger Kunstvereins spielt die Gareth Reaks Combo versiert und virtuos viele Klassiker.

GUNDELFINGEN. Die Gareth Reaks Combo hat in Gundelfingen viele Fans. Das wurde jüngst beim vom Kunstverein organisierten Konzert deutlich, beim dem das Foyer des Rathauses eng bestuhlt war, um allen Zuhörern einen Platz bieten zu können.

Bandleader, Sänger und Vibraphonist Gareth Reaks, Olga Krasotova (Klavier), Andreas Buchholz (Kontrabass) und Eric Karle (Schlagzeug) boten mit Professionalität und Verve die für diesen Abend ausgewählten Nummern. Mit einer humorvollen, detailreichen und ironisierenden Moderation präsentierte Reaks die Stücke, unter ihnen einige Klassiker. Namen wie Frank Sinatra, Nat King Cole, Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Marilyn Monroe oder Doris Day verorteten die Songs in ihrer Zeit und in ihrer Rezeptionsgeschichte.

Die Interpretationen beschworen die Atmosphäre in den Jazzclubs oder den Filmen herauf. Das gelang weitgehend – vor allem dank der routinierten Auftrittserfahrung der Combo und dank des spieltechnischen Könnens am jeweiligen Instrument – ausnehmend gut. Teils bremste aber das allzu versierte Miteinander des Ensembles die Stimmung aus. Die Combo, die in dieser Zusammensetzung seit etwa vier Jahren auftritt, spielte bewundernswert aufeinander abgestimmt, jeder Anschlag der Pianistin und Schlägelschlag des Vibraphonisten kamen punktgenau zusammen, jeder Einsatz, jeder Schluss saß.

Vielleicht fehlte genau wegen dieses sehr versierten Miteinanders passagenweise spontanes, der Stimmung geschuldetes Eingehen auf die Melancholie, die Gefühle und die Aussagen in den Songs.

Einzelnen Soli am Klavier, am Kontrabass und am Schlagzeug war Raum gegeben, und sie machten deutlich, dass Gareth Reaks souveräne und ausdrucksstark agierende Musiker für seine Combo gewinnen konnte. Der Bandleader selbst vermittelte durch seinen Gesang viel von der Atmosphäre der einzelnen Lieder.

Die Kombination von Vokalstrophen mit Text und rein instrumentalen für das Vibraphon gab den Nummern innovative Attraktion, festzumachen am Beispiel des geschickten Arrangements von "Comin’ home Baby now". Der Song, ursprünglich instrumental komponiert, durch die gesungene Version von Mel Tormé bekannt geworden, erklang an diesem Abend abwechselnd in vokaler und instrumentaler Version.

Zahlreiche wippende Füße und andere den Rhythmus der Nummern aufnehmende Bewegungen der Menschen im Publikum machten deutlich, dass die Zuhörer mit den einzelnen Nummern spontan mitgingen und sich auf diese musikalische Zeitreise gerne einließen.