Ein Beispiel für eine "vorbildliche Modernisierung"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 30. April 2019

Gutach im Breisgau

Abgeordnete des Arbeitskreises Umwelt der Grünen-Landtagsfraktion besichtigten den Gutshof in Gutach.

GUTACH (BZ). Die Mitglieder der Grünen-Landtagsfraktion im Umweltausschuss kamen zu Besuch nach Gutach, um den Gutshof zu besichtigen, der von Umweltminister Franz Untersteller mit dem "Effizienzpreis Bauen und Modernisieren" in Gold ausgezeichnet worden ist. Zum Ortstermin kamen Bürgermeister Urban Singler, Architekt Klaus Wehrle, Zimmermeister Reinhold Moser sowie vom "Bürgertreffverein Pferdestall" Wolfgang Buchta und die Landtagsabgeordneten Jutta Niemann (Energiepolitische Sprecherin), Daniel Renkonen (Klimapolitischer Sprecher), Jürgen Walter (Vorsitzender Arbeitskreis Umwelt), Bernd Murschel (Umweltpolitischer Sprecher), Markus Rössler (Naturschutzpolitischer Sprecher) und Alexander Schoch (Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz).

Der Gutshof, so Schoch, zeige anschaulich, dass Wohngebäude energieeffizient und zugleich kostengünstig gebaut und modernisiert werden könnten. Der Bürgermeister erläuterte die Bedeutung des Projektes einmal hinsichtlich der Erhaltung dieses denkmalgeschützten Gebäudes sowie der Bedeutung für die Schaffung von kostengünstigem Wohnraum und für das Gemeinwesen mit Schaffung eines Bürgertreffs in diesem ehemaligen Pferdestall. Architekt Wehrle hat aus dem großen Gebäude ein Wohnhaus mit Miet- und Eigentumswohnungen gemacht und es zu einem Bürgertreff ausgebaut.

Klaus Wehrle erläuterte die Kennzahlen des Projekts (Primärenergiebedarf: 28,50 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, Endenergiebedarf: 113,40 Kilowattstunden pro Quadratmeter/Jahr, Transmissionswärmeverlust: 0,447 Watt je Quadratmeter und Baukosten: 1569 Euro pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche). Es sei gelungen, so Wehrle, die Umnutzung eines historischen Hofguts aus dem Jahre 1908 zu einem Mehrfamilienhaus mit Gemeinschaftsräumen sowohl energetisch als auch gestalterisch umzusetzen. Bürgermeister Singler lobte, dass es dadurch auch gelungen sei, die Werterhaltung des Denkmals zu sichern. Für den AK Umwelt waren die Ausführungen hinsichtlich der Energieversorgung besonders interessant, erst recht bei der Vorstellung der gemeinschaftlichen Kraftwärmekopplung-Biomasseanlage. Diese versorgt zudem weitere Wohngebäude, hat einen sehr niedrigen Primärenergiebedarf sowie eine sehr effiziente Gebäudehülle, so Wehrle. Die Mitglieder des Umwelt-Arbeitskreises sahen das Projekt als gutes Beispiel an, wie ökologische und ökonomische Ziele auch mit dem Denkmalschutz gut in Einklang gebracht werden können und damit beispielgebend wirken können für andere Projekte.

Jetzt gelte es, die Erfahrungen des Wettbewerbs zu nutzen und Möglichkeiten, ältere Gebäude kostengünstig energetisch zu sanieren, im ganzen Land bekannt zu machen. Denn es gehe auch darum, nicht nur neue Gebäude zu bauen, sondern auch im Bestand bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, so Alexander Schoch. Ökologische und innovative Lösungen seien für die Grünen auch beim Bauen und Wohnen zentral. Um die Klimakrise zu bewältigen, komme es auch darauf an, wie man baut, saniert und plant. Der Schlüssel für mehr sozialen Wohnungsbau seien die Kommunen und ihre Wohnbaugesellschaften. Alexander Schoch dankte den Herren Singler, Wehrle, Moser und Buchta für die interessanten Ausführungen und für die Führung durch den Gutshof, der "eine vorbildliche Modernisierung im Denkmalschutz darstellt und ein besonderer Beitrag zu einer nachhaltigen Baukultur ist."