Haftstrafe für Raser nach tödlichem Unfall

dpa

Von dpa

Mi, 07. April 2021

Panorama

Mit Tempo 230 unterwegs.

Er raste mit seinem illegal getunten Rennwagen mit mehr als 230 Stundenkilometern über die Autobahn und rammte auf der Überholspur einen anderen Fahrer, der keine Überlebenschance hatte. Wegen dieses tödlichen Raserunfalls ist der 24 Jahre alter deutsche Staatsangehörige Mustafa Y. am Dienstag vom Landgericht Ingolstadt zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden.

Der Mann war mit seinem Sportwagen im Oktober 2019 auf der A9 in ein Fahrzeug, das selbst gerade etwa mit Tempo 120 überholte, von hinten hineingefahren. Der 22-Jährige am Steuer des anderen Wagens starb binnen kürzester Zeit. Die Strafkammer sprach den Angeklagten wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens schuldig. Der Angeklagte hatte seinen Sportwagen auf 575 PS und ein Maximaltempo von 350 Stundenkilometern getunt und hätte mit solch einem Boliden nicht auf öffentlichen Straßen fahren dürfen. An der Unfallstelle war zur Unfallzeit maximal Tempo 100 erlaubt.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Raser eine achtjährige Gefängnisstrafe verlangt, die Verteidiger einen Freispruch. Verurteilt wurde der Mann wegen des im Jahr 2017 geschaffenen Paragrafen gegen illegale Autorennen im Strafgesetzbuch. Als verbotenes Rennen wird demnach nicht nur ein Wettbewerb zwischen zwei oder mehr Fahrern definiert. Auch wer allein in seinem Wagen unterwegs ist, "um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen", kann verurteilt werden. Bei tödlichem Ausgang ist die Höchststrafe zehn Jahre Haft.