Aktiv werden für besseres Klima

Ilona Hüge

Von Ilona Hüge

Do, 14. November 2019

Herbolzheim

Zwei junge Botschafter von "plant for the planet" und Herbolzheims Bürgermeister warben für breites Engagement.

HERBOLZHEIM. Bäume pflanzen für ein besseres Klima, das war das Thema am Dienstagabend im evangelischen Gemeindehaus. Zwei junge Botschafter von "plant for the planet" riefen dazu auf, jetzt etwas zutun. Bürgermeister Thomas Gedemer stellte vor, was die Stadt vorhat, unter anderem mit einer Baumpflanzaktion am 30. November.

Mit Slogans wie "Heilpflanze gegen Klimakrise entdeckt: Der Baum" und "zeig der Welt Deine Schokoladenseite" als Aufforderung, mit jeder Tafel "guter" Schokolade fürs Klima zu spenden, bringt sich die Organisation "plant for the planet" einprägsam ein. Die Stiftung wurde 2007 in Bayern gegründet und basiert auf der Idee eines UN-Projekts in Afrika. Seit 2007 wurden nach Angaben der Stiftung 13 Milliarden Bäume gepflanzt. Aus 13 sollen 1000 Milliarden werden, oder 150 Bäume pro Erdbewohner. Die Stiftung unterhält 1300 Akademien in 73 Ländern, und bildet in Tagesworkshops "Botschafter" aus.

Zwei von weltweit 81 000 Botschaftern waren am Dienstag in Herbolzheim zu Gast. Simon (11) und Hanna (9) Klausmann kamen aus Elzach. Simon wurde durch einen Flyer in seiner Schule auf die Stiftung aufmerksam und ließ sich zusammen mit Schulkameraden und seiner Schwester zum Botschafter ausbilden. "Es wurden viele ausgebildet, aber es interessieren sich nicht mehr alle dafür", sagte Simon auf eine Frage nach der Zahl der regionalen Botschafter.

Die Geschwister blieben bei der Sache: Simon hat inzwischen sechs Vorträge gehalten, Hanna bei einem mitgemacht. In Herbolzheim erklärten sie den rund 70 Zuhörern aller Altersklassen im evangelischen Gemeindehaus mit Bildern und Grafiken Treibhauseffekt und Klimakrise, und die Ziele von der Stiftung. Neben der Pflanzung der Bäume sollen die Emissionen reduziert werden. Der CO2-Ausstoß soll bis 2050 auf Null sinken, jeder Mensch pro Jahr nur noch für einen Ausstoß von 1,5 Tonnen CO2 verantwortlich sein. Derzeit liegen die Werte in Europa bei zehn bis elf Tonnen pro Einwohner.

"Stop talking, start planting", also Schluss mit dem Reden und Zeit fürs Pflanzen lautet daher die griffige Formel für das eigene Handeln. In Herbolzheim wird das unabhängig von plant for the planet umgesetzt. Die Forstleute der Stadt haben eine Fläche vorbereitet, auf der 10 000 neue Bäume gepflanzt werden sollen. Das wäre "nicht ganz ein Baum pro Bürger" erläuterte Bürgermeister Thomas Gedemer. Er machte auf den Aktionstag aufmerksam: Er ist am 30. November, Treffpunkt ist ab neun Uhr an der Kirnburghalle in Bleichheim.

Mit der Baumpflanzung wird das Experiment des Forsts starten, neue Baumarten auf ihre Verträglichkeit mit dem veränderten Klima zu testen. Wer nicht selbst pflanzen will, kann auch mit einer Spende helfen: Zwei Euro sind für einen Baum angesetzt. Eine Spendenkasse dafür wird auch auf dem Tankhof stehen. Betreiber Karlheinz Schneider, der die Anlage dank des Windrads CO2-neutral hält, gab bereits selbst eine Spende für 1000 Bäume und will mit der Spendenkasse für weitere 1000 Bäume sorgen.

Zum Thema Umweltbewusstsein werden in Herbolzheim weitere Informationsabende stattfinden. Die Kirchengemeinde plant ab Mai 2020 zwei Abende zum Thema Fleischkonsum und (Bio-)Lebensmittel. Die Stadt lädt bereits am 21. November, 19 Uhr, in die Mensa der Emil-Dörle-Schulen ein. Hier wird es keinen Vortrag geben: Es sei vor allem die Möglichkeit, dass sich Bürger aus der Stadt treffen, die schon im Thema drin sind und ihre Ideen vorstellen können, sagte der Bürgermeister. Der Abend soll helfen, dass jeder einen Beitrag zu globaler Gerechtigkeit, nachhaltigem Einkauf und einem klimafreundlichen Lebensstil leisten kann.