Lenzkirch

Hertie-Erholungsheim wird zu 52 Wohnungen umgebaut

Ralf Morys

Von Ralf Morys

Sa, 01. August 2020 um 18:40 Uhr

Lenzkirch

Eine Bauherrengemeinschaft aus Titisee-Neustadt kauft das frühere Hertie-Erholungsheim in Lenzkirch. Dort entstehen auf einen Schlag 52 Wohnungen. Der Bauantrag ist bereits eingereicht.

52 Wohneinheiten auf einen Schlag möchte die Bauherrengemeinschaft Lakmann und Jakobi aus Titisee-Neustadt schaffen und hat dafür das frühere Hertie-Erholungsheim in Lenzkirch erworben. Geplant sind Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 35 und bis zu 90 Quadratmetern. Jede Wohneinheit ist mit eigener Terrasse oder Balkon geplant. An Sozialwohnungen ist nicht gedacht. Die Investition beläuft sich auf eine zweistellige Millionensumme.

Eine Wohnung zu finden, gleicht auch im Hochschwarzwald einem Glücksfall, viele Vermietungen laufen ausschließlich über Empfehlungen im Bekanntenkreis. Diesem Mangel möchte die Bauherrengemeinschaft mit ihrer Investition jetzt entgegenwirken, sagt Richard Lakmann.

Eingereichter Bauantrag hat eine Vorlaufzeit von 5 Jahren

Der am Dienstag im Gemeinderat Lenzkirch eingereichte Bauantrag hat nach Lakmanns Aussage eine Vorlaufzeit von etwa fünf Jahren. Die Verhandlungen, Aufnahme und Analyse der Bausubstanz und schlussendlich die Planungen der 52 Wohnungen seien zeitintensiv gewesen. Doch jetzt steht für die Investoren fest, dass der Betonkern des Hertie-Erholungsheimes intakt ist. Die Planung sieht nun vor, dass das Gebäude entkernt wird und nur die Außenhülle stehen bleibt – sie soll eine Holzverschalung erhalten.

Der Bereich des Hallenbades sowie der Maschinenraum über dem vierten Obergeschoss sollen abgerissen werden – wie auch der zweistöckige Vorbau auf der Eingangsseite. So könne ein ebenerdiger Eingang ins Gebäude geschaffen werden. Die dadurch frei werdende Fläche vor dem Gebäude wird als Stellplatzfläche verwendet. Entlang der Straße sind Carports mit einem begrünten Flachdach geplant, die auch als Hangsicherung dienen. Die Flachdächer des Gebäudes sollen teils mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Der so erzeugte Strom soll für die Wohnanlage genutzt werden.

Ein Projekt mit eindrucksvollen Zahlen

Eindrucksvoll sind allein die Zahlen des Projektes: Die Kubatur, also das Volumen des Bauwerks, weist 17.000 Kubikmeter auf. Die Wohnfläche addiert sich auf etwa 3000 Quadratmeter, die Verkehrsfläche erstreckt sich über rund 1200 Quadratmeter. Die Bauherrengemeinschaft rechnet nach dem Eintreffen der Baugenehmigung mit einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren.

Das Hertie-Erholungsheim diente um die Jahrtausendwende als modellhaftes Integrationszentrum für Spätaussiedler, der Landkreis hatte es damals für drei Jahre angemietet. Ende November 2002 musste es schließen, denn die Gemeinde Lenzkirch stimmte einer Verlängerung des Mietverhältnisses nicht zu. Seither stand es leer und war, wie viele eingeworfene Scheiben zeigen, oft ein nächtlicher Partyort.

Freude im Gemeinderat

"Die weithin sichtbare Bauruine, kann nur besser werden und es ist eine Aufwertung", sagte Bürgermeister Andreas Graf am Donnerstag im Gemeinderat. Überhaupt herrschte im Gemeinderat Freude darüber, dass "dieser Schandfleck beseitigt wird und ein Investor gefunden wurde", brachte es Ratsmitglied Peter Sigwarth auf den Punkt. Einstimmig erteilte das Gremium sein Einvernehmen zu dem Bauprojekt.