Hilfe für Angehörige und Patienten

Ruth Seitz

Von Ruth Seitz

Mo, 14. Oktober 2019

Endingen

Sozialstation St. Martin weiht neue Einrichtung zur Tagespflege von Menschen mit Demenz in Endingen ein.

ENDINGEN. Das Haus Rosalina, die neue Tagespflegestätte für demente Menschen der Sozialstation St. Martin (die BZ berichtete), wurde am Freitagnachmittag im Beisein vieler Gäste offiziell seiner Bestimmung übergeben. Der Vorsitzende der Sozialstation, Helmut Eitenbenz, sprach von einem "Tag der Freude". Zwölf Menschen können in dieser Einrichtung künftig betreut werden.

Zur Einweihung gekommen waren Vertreter der politischen und kirchlichen Mitgliedsgemeinden, die Abgeordneten Peter Weiß, Johannes Fechner, Sabine Wölfle und Alexander Schoch, aber auch alle am Bau beteiligten Firmen und Büros waren vertreten. Helmut Eitenbenz dankte allen, die das Vorhaben unterstützt und bei der Planung und Umsetzung geholfen hätten.

Der erste Entwurf für dieses Vorhaben sah einen Standort in der Kohlerstraße im Baugebiet Königschaffhauser Straße vor, erinnerte Architekt Volker Hügel; nach dem Grundstückskauf in der Nachbarschaft der Sozialstation sei mit der Planung am jetzigen Standort begonnen worden. Im Dezember 2017 wurde der Bauantrag eingereicht, im Mai 2018 lag die Baugenehmigung vor. Im Erdgeschoss stehen rund 230 Quadratmeter zur Verfügung, im Untergeschoss gibt es auf 125 Quadratmetern einen Therapieraum mit Warte- und Ruhebereich, ein Büro und die Personalräume. Im Obergeschoß des Gebäudes entstanden drei barrierefreie Zweizimmerwohnungen. In Sachen Umwelttechnik sei der Neubau auf dem modernsten Stand. Hügel dankte den Firmen, Planern und den Mitarbeiterinnen der Sozialstation für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gastgeschenk aller waren drei bereits gepflanzte Kugelahornbäume. "Früher hätte man bei dem Anlass den Schlüssel überreicht, heute sind es diese Transponder", meinte Architekt Volker Hügel, als der dem Hausherrn, Helmut Eitenbenz den Neubau übergab.

Die SPD-Abgeordnete Sabine Wölfle gratulierte im Namen aller Abgeordneten zur neuen Einrichtung und betonte, "dass alte Menschen nicht nur unseren Respekt, sondern auch unserer Fürsorge verdienen." Die Länder bemühten sich um eine gute Pflegeinfrastruktur. 77 Prozent aller Anfragen auf Kurzzeitpflege würden negativ beschieden, deshalb sei es wichtig, was hier in Endingen geschehen sei. Die Tagespflege sei auch eine wichtige Einrichtung, um alte Menschen aus ihrer möglichen Einsamkeit zu holen.

Ulrike Kleinknecht-Strähle, die Sozialdezernentin des Landkreises, erinnerte daran, dass im Jahr 2030 rund 100 berufstätige Menschen 90 alte Menschen und Kinder finanzieren müssten, was für die Kommunen und die Gesellschaft insgesamt eine enorme Herausforderung bedeute. Pflege sei anstrengend, eine Tagespflege entlaste nicht nur die oft berufstätigen Angehörigen, sondern ermögliche es auch den alten Menschen, lange in ihrem Daheim sein zu können. 99 Plätze würden im Landkreis in der Tagespflege fehlen, so die Sozialdezernentin, und sie sei sicher, dass die Nachfrage weiter steigen werde.

Monika Modner, Referentin für offene Altenhilfe und Hospizarbeit beim Caritasverband, erinnerte daran, dass sich vor 30 Jahren noch der Widerstand gegen die Tagespflege auf allen Ebenen formiert habe, das Haus Rosalina sei heute die 88. Tagespflegeeinrichtung, die im Einzugsgebiet eingeweiht werde. Die Betreuung alter, kranker und dementer Menschen sei eine Herausforderung für die Mitarbeiterinnen und die Leitung, jeden Tag und in jeder Gruppe ein Klima des Wohlfühlens und Geborgenseins zu schaffen. "Aber ich weiß, Sie in Endingen schaffen das", gratulierte Monika Modner.

Bürgermeister Tobias Metz erinnerte dran, dass die Sozialstation seit 40 Jahren unermüdliche und engagierte Arbeit leiste und in dieser Zeit mehrere Einrichtungen realisiert habe. Er gratulierte für alle Bürgermeister der Region. Eine Tagespflege schaffe die notwendige Unterstützung und Entlastung für eine menschenwürdige Existenz auch in der Phase des Alterns, betonte Metz. Er sei dankbar für die Arbeit der Sozialstation. "Wir werden in Endingen weiter in dem Bereich investieren", versprach er und wünschte wie alle seine Vorredner den Mitarbeitern viel Freude und Kraft bei ihrer Arbeit.

Die Pfarrer Jürgen Schindler und Christoph Lauter weihten das Gebäude mit einer einfühlsamen ökumenischen Segnungsfeier ein. Claudia und Hannah Binder sorgten mit Querflöte und Klarinette für die passende Musik.