HINTERGRUND

dpa/weg

Von dpa & Jörg Buteweg

Fr, 11. Dezember 2020

Deutschland

Neue Gesichter für Vorstände großer Firmen

Die schwarz-rote Koalition hat sich grundsätzlich darauf geeinigt, dass den Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen ab 2000 Beschäftigen mit mehr als drei Vorstandsmitgliedern spätestens ab einer Neubesetzung eine Frau angehören muss. Laut einer Studie der Organisation Fidar (Frauen in die Aufsichtsräte) betrifft das 73 börsennotierte Konzerne, bei 32 sitzt demnach bislang keine weibliche Führungskraft in der Topetage. Darunter sind Fidar zufolge bekannte Unternehmen wie der Sportartikelhersteller Adidas, der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer und der Energieriese Eon. Bei Firmen im Bundesbesitz sollen strengere Regeln gelten: Hier greift die Quote einem Referentenentwurf zufolge, der der Badischen Zeitung vorliegt, bereits bei mehr als zwei Mitgliedern in der Geschäftsführung.

Für Aufsichtsräte gibt es seit 2015 eine Frauenquote. Danach müssen Firmen ab 2000 Beschäftigten frei werdende Posten mit Frauen neu besetzen, bis mindestens ein Anteil von 30 Prozent erreicht ist. Der Fidar-Studie zufolge lag die Quote zuletzt bei 32,7 Prozent.

Die börsennotierten Firmen mit Sitz in Südbaden – der Autozulieferer PWO in Oberkirch, der Bauzulieferer Sto in Stühlingen und der Versorger Energiedienst in Laufenburg – sind von der Quote nicht berührt. Energiedienst hat zwei Vorstandsmitglieder, ist zu klein und an der Schweizer Börse notiert. PWO und Sto haben zu wenige Mitarbeiter. PWO erfüllt dennoch die Bedingungen: Seit November ist Cornelia Ballwiesser im vierköpfigen Vorstand für Finanzen zuständig. Bei Sto sind vier Männer unter sich.