HINTERGRUND

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Mo, 26. April 2021

Wirtschaft

Deutsche horten Billionen auf Girokonten

Banken berechnen Minuszinsen in der Regel für kurzfristig verfügbare Guthaben, vor allem auf Giro- und Tagesgeldkonten. Eben diese Sichteinlagen haben im Corona-Jahr 2020 zugelegt. In Krisen halten Menschen ihr Geld zusammen. Außerdem entfielen wegen der Pandemie viele Möglichkeiten, Geld auszugeben, etwa für Reisen. So stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland nach Berechnungen der DZ Bank 2020 auf den Rekordwert von 7,1 Billionen Euro. Im Vergleich zu 2019 legten die Bundesbürger in Summe gut 100 Milliarden Euro mehr zurück. Das Geld bleibe oft auf dem Konto liegen und werde nicht angelegt, heißt es beim Zentralinstitut der rund 800 deutschen Genossenschaftsbanken. Viele Anleger wissen wegen der Zinsflaute nicht, wohin mit ihrem Geld. Rund zwei Billionen Euro halten die Privathaushalte laut DZ Bank als praktisch unverzinste Sichteinlagen oder Bargeld – das entspricht gut 28 Prozent. Banken wissen ihrerseits nicht, wohin mit diesem Geld. "Wir werden seitens der Europäischen Zentralbank schon seit Jahren mit 0,5 Prozent Negativzinsen für unsere Einlagen dort belastet. Trotz Rekordwachstums im Kreditgeschäft haben wir derzeit weit mehr als eine Milliarde Euro bei der Bundesbank, anderen Banken und in Bundeswertpapieren angelegt. Überall sind wir mit Minuszinsen konfrontiert und müssen deshalb diese Belastung an unsere Kunden weitergeben", erklärt Marcel Thimm, Vorstandschef der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.