HINTERGRUND

dpa

Von dpa

Fr, 02. Juli 2021

Panorama

Schäden durch Hagel werden noch zunehmen

Die Serie schwerer Hagelstürme in diesem Sommer beunruhigt Deutschlands Versicherungen (GDV). Die Branche beobachtet seit Jahrzehnten steigende Unwetterschäden – nicht kontinuierlich, aber im Langfristtrend. Die Daten sprechen eine deutliche Sprache: Der durchschnittliche Sturm- und Hagelschaden an Wohngebäuden hat sich laut GDV von 1976 bis 2019 von 376 auf 1591 Euro pro Schadenmeldung mehr als vervierfacht.

Die Geowissenschaftler des Rückversicherers Munich Re gehen davon aus, dass die Hagelschäden in Mitteleuropa in den nächsten Jahrzehnten wegen des Anstiegs der Temperaturen weiter zunehmen werden – und zwar erheblich. In einer 2020 publizierten Studie prophezeien die Meteorologen des Münchner Unternehmens, dass auch bei einer gemäßigten Erwärmung der Durchschnittstemperatur um 2,4 Grad Celsius die Hagelereignisse mit großen Körnern von mehr als fünf Zentimeter Größe bis Ende des Jahrhunderts um 30 bis 40 Prozent zunehmen könnten.

Charakteristisch ist, dass die Intensität einzelner Stürme zunimmt. "So hat 2020 nur ein einziges Sturmtief mit 700 Millionen Euro ein Drittel der gesamten Naturgefahrenschäden des Jahres verursacht", sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Asmussen. Das größte in Deutschland gefundene Hagelkorn hatte laut der Düsseldorfer Ergo-Versicherung einen Durchmesser von 14 Zentimetern, das war 2013 in Reutlingen in Baden-Württemberg.