Historische Struktur soll im Ortskern aufgegriffen werden

Michael Dörfler

Von Michael Dörfler

Mi, 28. Oktober 2020

Ebringen

Gemeinderat in Ebringen gibt Bebauungsplan für Areal an der Talhauser Straße grünes Licht / Lob für Verfahren mit Workshop / Nicht alle Räte zufrieden.

. Jetzt kann es in der Talhauser Straße in Ebringen vorangehen. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung den Entwurf des Bebauungsplans samt örtlichen Bauvorschriften für das im Ortskern gelegene Grundstück. Damit ist eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gewährleistet.

Mit seinen heute freiräumlichen Strukturen gilt das Gebiet als eigentlicher historischer Ortskern der Schönberggemeinde, in dem qualitativ hochwertiges Wohnen ermöglicht werden soll. Der nun vorgelegte Entwurf greift die historischen, winkligen Baustrukturen mit giebelständigem Haupthaus und traufständigen rückwärtigen Gebäuden sowie der in Ebringen dominierenden Satteldächer auf. Analog soll sich das Baugebiet in Zukunft entwickeln. Die Verkehrserschließung des Gebiets erfolgt über Talhauser- beziehungsweise Dürrenbergstraße.

Das Vorhaben hat eine lange Geschichte. Bereits im Juli 2019 hat sich der Gemeinderat mit dem Bebauungsplan beschäftigt und einer Veränderungssperre zugestimmt. Das Wohngebiet sollte in seiner Form erhalten und weiterentwickelt werden. Dazu wurden mit den dortigen Eigentümern Gespräche geführt und deren Wünsche aufgenommen. In einem eigens anberaumten Workshop befassten sich die Verwaltung und der Gemeinderat im April 2020 mit der Angelegenheit. Dabei wurden Alternativen und Planungsvarianten diskutiert. Ein nicht alltägliches Verfahren in der Ortspolitik, das in der Sitzung von vielen Beteiligten als nachhaltig bezeichnet und gelobt wurde.

Dorfbrunnen muss wohl verschoben werden

Man wollte dabei sichergehen, bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen, um der Bedeutung des zentralen Ortes gerecht zu werden. "Das wünsche ich mir immer so", gab Bettina Burkert (Bürger für Ebringen) stellvertretend für das Gros der Räte der Hoffnung Ausdruck, die Verwaltung möge ein solches Verfahren auch in Zukunft bei wichtigen Bauvorhaben anwenden. Gleichwohl gibt es noch Ungereimtheiten. Der Dorfbrunnen befindet sich nämlich auf der geplanten Zufahrt zu einem dahinterliegenden Haus. Verkaufen mag der Eigentümer die "paar Quadratmeter" aber nicht an die Gemeinde, gab Bürgermeister Rainer Mosbach den vorläufigen Zwischenstand entsprechender Verhandlungen bekannt. Ergo, so Mosbach, müsse man sich darauf einstellen, "dass wir den Brunnen vielleicht um zwei bis drei Meter verschieben".

Alfred Braun (BfE) befürchtet indessen, dass die Bauherren die jeweiligen Baufenster "bis zum letzten Zentimeter" ausnutzen werden. Damit aber würde es seiner Ansicht nach "deutlich zu eng" in dem Gebiet. Braun wollte deshalb dem Vorhaben als Einziger nicht zustimmen.

Klaus Ruh (Bürgerliste) hat ebenfalls ein Haar in der Suppe ausgemacht. Er sieht die Kosten-Nutzenanalyse skeptisch und sprach davon, das Gegenteil von dem erreicht zu haben, was man ursprünglich einmal erreichen wollte. Ruh enthielt sich deshalb bei der Abstimmung.

Bürgermeister Mosbach wollte diesen Einwand nicht unwidersprochen stehen lassen. Vor zehn Jahren habe man noch nicht wissen können, was die Zukunft an Entwicklungen und Forderungen mit sich bringen würde. Er könne deshalb mit der Entwicklung gut leben, erklärte Mosbach.