Höchste Auszeichnung für Kirchenchor St. Trudpert

Eberhard Gross

Von Eberhard Gross

Fr, 24. Januar 2020

Münstertal

Am Sonntag bekommen die Münstertäler Sängerinnen und Sänger die Zelter-Plakette verliehen / Anfänge gehen ins Jahr 1807 zurück.

MÜNSTERTAL. Eine besonders hohe Auszeichnung steht dem Katholischen Kirchenchor St. Trudpert bevor: Ihm wird am Sonntag die Zelter-Plakette verliehen. Sie ist die höchste Auszeichnung, die ein Amateurchor erhalten kann und wird vom Bundespräsidenten verliehen.

Der Kirchenchor St. Trudpert zählt zu den ältesten Vereinigungen des Tales und lässt sich bis zum Jahre 1807 nachweisen, als im Zuge der Säkularisation 1806 das Benediktinerkloster aufgehoben wurde und der Gesang der Mönche verstummte. In der damals neu errichteten Pfarrei St. Trudpert fanden sich jedoch einige Sängerinnen bereit, an den Gottesdiensten gesanglich mitzuwirken. Als Organist und "Chorregent" wirkte von 1807 bis etwa 1815 der Mesner Joseph Fehr.

Die Wurzeln des Kirchenchores liegen daher im Jahre 1807. Die kleine Gruppe der Sängerinnen entwickelte sich in der Folgezeit stets weiter, seit 1852 ist nicht nur von Sängerinnen, sondern auch von Sängern als Chormitglieder die Rede. Die Wirren der verschiedenen Kriege gingen auch am Kirchenchor nicht spurlos vorüber, jedoch gestaltet er bis heute das kirchliche und kulturelle Leben in der Gemeinde entscheidend mit.

Einen Aufschwung erlebte die Chorvereinigung, als der damalige Musikstudent und spätere Chordirektor Rolf Löffler 1952 die Leitung des Chores übernahm. Mit ihm, der auch die ersten Orgel- und geistlichen Konzerte ins Leben rief, feierte der Chor zahlreiche Erfolge. Sie führten unter seinem Nachfolger Gerhard Gnann 1994 zur Gründung der Reihe "Konzerte in St. Trudpert", die seit 2001 erfolgreich von Bezirkskantorin Karin Karle weitergeführt wird und zu einem Begriff weit über das Münstertal hinaus geworden sind.

In den mehr als 200 Jahren seines Bestehens waren die Mitglieder des Kirchenchores bei zahlreichen Anlässen für die Musica Sacra gefordert, wobei ihre Konzerte und Auftritte weit über die Region hinaus bekannt sind.

Die Chorgemeinschaft leistet im Leben der Gemeinde bis heute einen wichtigen kulturellen Beitrag. Im Jahre 1992 feierte der Chor sein 185-jähriges Bestehen, wobei ihm die Palestrina-Medaille als besondere Auszeichnung verliehen wurde. Sein 200-jähriges Jubiläum beging der Chor im Jahre 2007 mit einem besonderen Festakt, dem nunmehr als weiterer Höhepunkt in seiner Geschichte die Verleihung der Zelter-Plakette folgt. Große Verdienste um den Chor nach dem Weltkrieg hatten die Chorleiter Rolf Löffler (1952 – 1994), Gerhard Gnann (1994-1997), Ralf Stiewe (1998), Hans Schnieders (1998-2001) sowie Karin Karle, die seit Oktober 2001 als Chorleiterin, Organistin und Bezirkskantorin tätig ist und 2005/2006 von Jochen Bösch, 2008 von Stefan Pöll und 2010 von Alexander Niehues kurzzeitig vertreten wurde.

Als Vorsitzende trugen in dieser Zeit Verantwortung: Alfred Groß (1947-1979), Josef Wiesler (1979-2001), Armin Eckerle (2001-2005), Georg Auer (2005-2019) und seit April 2019 Evelyne Pfefferle.

Mit der Verleihung der Zelter-Plakette am kommenden Sonntag wird das langjährige und erfolgreiche Wirken des Kirchenchores erneut gewürdigt und anerkannt. Die Zelter-Plakette ist die höchste deutsche Auszeichnung für Amateurchöre. Sie wird in dieser Form seit 1956 vom Bundespräsidenten jährlich an Chöre verliehen, die seit mindestens 100 Jahren ununterbrochen musikalisch wirken und sich besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und damit um die Förderung des kulturellen Lebens erworben haben.

Die Verleihung der Plakette erfolgt am Sonntag, 26. Januar, nach dem Festgottesdienst (10.30 Uhr) im Pfarrsaal "Kreuz" durch die Landrätin Dorothea Störr-Ritter. Zum Gottesdienst führt der Kirchenchor unter der Leitung von Karin Karle die Schubert-Messe mit Orchester und Solisten auf sowie mit Professor Gerhard Gnann an der Orgel.