Hoffen auf eine bessere Zeit

dpa

Von dpa

Mo, 19. Oktober 2020

Ski Alpin

Die alpinen Skisportler aus Deutschland dürften nicht nur wegen Corona einen harten Winter erleben.

Stefan Luitz zuckte entschuldigend mit den Schultern, Alexander Schmid schnaufte etwas enttäuscht aus. Deutschlands beste Riesenslalom-Fahrer haben zum ungewöhnlichen Corona-Start in die neue Weltcup-Saison die vorderen Plätze zwar verpasst. Die Hoffnung auf einen erfreulichen Winter aber ist nach zwei Top-15-Rängen in Sölden da.

"Es fehlt nicht viel", resümierte deshalb Bundestrainer Christian Schwaiger am Sonntag. Beim Überraschungscoup des norwegischen Youngsters Lucas Braathen wurde Luitz im Ötztaler Geisterrennen 14. (+1,80 Sekunden), eine Position dahinter landete Schmid (+1,82). "Das war ein Schritt in die richtige Richtung", meinte Luitz. Er hatte nach einem großteils vermasselten Winter 2019/20 angekündigt, in dieser WM-Saison wieder aggressiver und mutiger fahren zu wollen. Sein Vorhaben aber setzte er nach einem viel zu zaghaften ersten Lauf erst im Finale um und machte dabei immerhin noch neun Plätze gut. "Aber ich bin immer noch sehr enttäuscht vom ersten Durchgang."

Bei Schmid war es andersrum. Dem Allgäuer gelang bei Top-Bedingungen samt prächtigem Sonnenschein auf dem Rettenbachgletscher ein starker erster Lauf. Im entscheidenden Durchgang patzte er etwas und fiel zurück. "Ich nehm das Positive mit", sagte er. "Ich weiß, dass ich schnell Skifahren kann. Ich habe gemerkt, dass etwas vorwärtsgeht." Coach Schwaiger zeigte sich "zufrieden" nach einem "soliden" Auftakt.

Zum Podium aber fehlten dem deutschen Duo fast eineinhalb Sekunden. Der 20-jährige Norweger Braathen feierte in seinem erst 22. Weltcup den großen Triumph und zugleich den ersten Podestrang. Hinter dem zweitplatzierten Marco Odermatt raste dessen Schweizer Teamkollege Gino Caviezel ebenfalls erstmals in seiner Karriere in die Top drei.

Ebenso wichtig wie der sportliche Neustart war in Sölden das Signal, dass in der Corona-Pandemie alpiner Wintersport möglich ist. So haben es sich der Ski-Weltverband (FIS) und die österreichischen Ausrichter vorgestellt: strenge Hygieneregeln, Abstandsvorgaben, vier unterschiedliche "Blasen" möglichst ohne Kontakte zueinander, keine Zuschauer.

Bei den Frauen müssen sich die Deutschen nach dem Rücktritt von Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg an eine sehr schwierige Saison gewöhnen. Beim Riesenslalomsieg von Marta Bassino aus Italien vor Teamkollegin Federica Brignone und Weltmeisterin Petra Vlhova aus der Slowakei kam Lena Dürr als beste Deutsche lediglich auf den 38. Platz.

Wahl: Franz Steinle (70) bleibt vier weitere Jahre Präsident des Deutschen Ski-Verbandes (DSV). Diese einstimmige Entscheidung der 20 Landesskiverbände teilte der DSV am Samstag mit. Steinle geht in seine dritte Amtszeit.