Igel

Ich weiß, wovon ich spreche

Ingrid Wiedemann

Von Ingrid Wiedemann (Emmendingen)

Mi, 20. Mai 2020

Leserbriefe

Zu: "Winterschlaf beendet", Agenturbeitrag (Kinderseite, 4. Mai)
Ihr Artikel suggeriert, was falsche Tierfreunde manchmal tun: Igel müssten im Herbst eingesammelt werden, damit sie "kuschelig" im Haus überwintern. Das können und müssen sie aber draußen. Igel stehen als Wildtiere ohnehin unter Naturschutz und dürfen nur vorübergehend in menschliche Obhut genommen werden, wenn sie verletzt oder sichtbar krank sind beziehungsweise wenn Igelbabys zweifelsfrei ohne Mutter aufgefunden werden. Davon ist in Ihrem Artikel nicht die Rede. Der richtige Umgang (der sehr arbeitsintensiv ist und mit Kosten verbunden) mit hilfsbedürftigen Igeln setzt auch entsprechendes Wissen voraus, das betrifft ebenfalls die Unterbringung.

Es handelt sich um bewegungsfreudige Tiere. Sie sind außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger, auch wenn sie sich bisweilen auch zu mehreren an Katzenfutternäpfen einfinden. 150 Tiere (das Wort "Stück" klingt hier nicht gut) dürften die Pflegerin und ihre Möglichkeiten an ihre Grenzen bringen. Ich habe mich selbst 36 Jahre lang um hilfsbedürftige Igel gekümmert, weiß somit also, wovon ich spreche. Ingrid Wiedemann, Emmendingen