Ideen zu Arzt, Bus und Wohnraum

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 23. Mai 2019

Waldkirch

Stadtseniorenrat Waldkirch befragte die Parteien zu überwiegend sozialen Themen / Diese betreffen nicht nur Senioren.

WALDKIRCH (BZ). Der Stadtseniorenrat Waldkirch (SSR) hatte im Zusammenhang mit den Kommunalwahlen den antretenden fünf Parteien Fragen gestellt und fasste nun die Antworten zusammen.

Gesundheitsvorsorge
Zur Gesundheitsvorsorge schlägt die FDP vor, die Stadt solle eine aktivere Rolle übernehmen, beispielsweise durch Bereitstellung von Räumen für Praxen. Gleichzeitig wird Telemedizin befürwortet. Diesen Vorschlag machen die Sozialdemokraten ebenso. Sie führen aus, dass es gleiche Chancen für alle Generationen geben muss, unabhängig vom sozialen Status. Die SPD sieht auch Handlungsbedarf im Rettungsdienst, vor allem bei den Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen. Die DOL mahnt fehlende Kurzzeitpflegeplätze an. Gefordert wird eine Untersuchung der gesundheitlichen Versorgungs- und Betreuungssituation im Elztal. Die CDU stellt fest, dass Waldkirch zwar eine sicherlich nicht optimale, aber gute Haus- und Facharztversorgung habe. Ein Runder Tisch, wie er bei der Diskussion um den Erhalt des Krankenhauses in Gang gekommen ist, solle intensiviert werden.

Barrierefreiheit
Zur Barrierefreiheit denkt die SPD an rollstuhlgerechte Zugänge in der Öffentlichkeit, an Orientierungshilfen und Leitsysteme im öffentlichen Raum, barrierefreie Nahversorgung – auch Ärzte, Apotheken und Handel. Die FDP mahnt an, erforderliche Maßnahmen zu treffen, um das gesetzlich verankerte Ziel der vollständigen Barrierefreiheit im öffentlichen Raum bis zum 1. Januar 2022 zu erreichen. Für die DOL ist die sukzessive Realisierung der Barrierefreiheit aller städtischen Einrichtungen und des ÖPNV wichtig. Die Sicherheit älterer Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, will die CDU durch Instandhaltung der Straßen und Wege verbessern.

Bezahlbarer Wohnraum
Die CDU hat ein wohnungspolitisches Konzept beantragt. Es sei jedoch ein Irrweg, den auf Profit ausgerichteten Wohnungsbau einzuschränken, immerhin schaffe dieser zusätzlichen Wohnraum, der auch den Preisdruck mindert. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum kann durch den Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft, aber auch Wohnungsgenossenschaften angeboten werden. Die FDP würde Bebauungspläne anpassen wollen, beispielsweise die Grund- und die Geschossflächenzahl so zu ändern, dass mehr Neubau oder Wohnraumerweiterungen in bestehenden Baugebieten möglich werden. Die DOL will Leerstände nutzen und dem genossenschaftlichen Wohnungsbau Vorrang einräumen. Ziel der SPD ist die Stärkung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus, familiengerechtes Wohnen, barrierefrei und generationsübergreifend. Die Initiierung einer sozialen Wohnraum-Allianz (Stadt mit sozialen Partnern) ist gewünscht.

Generationendialoge
Kommunalpolitik müsse ein stetig offener Dialog zwischen Verwaltung, Gemeinderat und Bürgern sein, findet die SPD. Gefordert wird ein neues Leitbild "Waldkirch 2050"; regelmäßig stattfindende Generationendialoge sollen aus Waldkirch eine "Zuhörstadt" machen. Die FDP setzt sich ausdrücklich für die Förderung eines Jugendgemeinderates ein. Die DOL schlägt vor, dass Beiräte für Senioren oder Behinderte ein Anhörungs- und Antragsrecht im Gemeinderat haben sollten. Die CDU sieht es als sinnvoll an, unterschiedliche Projekte aller Altersgruppen zu fördern. Wichtig sei auch eine maßvolle Haushaltsführung, um die Chancen der jungen Generation nicht durch eine übermäßige Schuldenlast zu drücken.

Zukunftsplanung
Die Erhaltung eines möglichst selbstbestimmten Lebens gehört für die CDU unbedingt dazu, um in Würde altern zu können. Die FDP will anhand der Bürgerumfrage "Älter werden in Waldkirch" analysieren, welche Themen vordringlichst aufgegriffen werden sollen. Sie steht vor allem für Eigenverantwortung statt Bevormundung und Zuversicht statt Zukunftsangst. Die DOL sieht Projekte wie die Quartiersentwicklung in Kollnau als sinnvoll für niedrigschwellige Angebote als zukunftweisend an, erweitert durch Beratungs- und Begegnungsangebote.

Altersarmut
Der Erhalt von Lebensqualität ist auch im höheren Alter von zentraler Bedeutung, findet die SPD, gerade dann, wenn das Geld aus der Rente knapp ist. Vor Ort sei deshalb eine gute Zusammenarbeit von Stadt und Zivilgesellschaft vonnöten. Die DOL unterstützt die Einführung von Sozialtickets. Die FDP schlägt vor, kommunale Ehrenamtspreise einzuführen, um herausragende Leistungen einzelner Personen oder Einrichtungen zu würdigen. Die CDU sichert Initiativen, die Armut abfedern, weiterhin Unterstützung zu, wie zum Beispiel der Tafel, Kleiderladen, Secondhand-Shops, Unterstützung zu.

Mobilität
Die unterschiedlichen Verkehrsmittel sollten besser verknüpft werden, befindet die CDU. Ein Bürgerbus mit ehrenamtlichen Fahrern könnte auch das Krankenhaus anfahren. Das scheint auch für die FDP ein wichtiges Thema zu sein, es reiche nicht, ein "Mitfahrbänkle" zu installieren. Die SPD fordert einen Stadt- oder Bürgerbus mit regelmäßigem Takt und einem Fahrpreis innerstädtisch von einem Euro. Die DOL möchte die Stadtteile gut angebunden wissen und schlägt ebenfalls ein Ein-Euro-Kurzstreckenticket (Buchholz-Waldkirch-Kollnau) vor.